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Matchbericht vom ersten Auswärtsspiel gegen den SV Sissach vom 21.7.1940 Original Matchbericht SV Sissach - SC Blustavia 1:3 (0:2) Der 21. Juli 1940 wird wohl jedem von den 15 Sissach-fahrenden in Erinnerung bleiben. Zuerst sah die ganze Geschichte nicht sehr rosig aus, denn wie wollten wir auch gegen einen 2. Ligaclub siegen! Dazu kam noch das scheussliche Gewitter am Morgen und der linke Verteidiger wollte einfach nicht anrücken. Spät kam er, doch er kam und wie? Sogar per Taxi!! Item, die Bahnfahrt verlief in rosigster Stimmung. Am Sissacher Bahnhof holten uns einige unserer Gegner ab, glaubten aber, als sich unser Präsident vorstellte, ein paar junge Solothurnerfussballfanatiker hätten sich ins Baselbiet verirrt. An ihren Gesichter an hatten sie uns jedenfalls schon vor Beginn im Sack. Nach einem guten und reichlichen Mittagessen zogen wir nun mit unserm für teures Geld gekauften Gladiolenbukett zum Sportplatz hinaus, wo mehr oder weniger begabten Nachwuchs aus Sissach sich mit 11 Gelterkinderkicker massen. Nach dem Vorspiel also, das zwar mehr einem Ringkampf glich, betraten wir unter tosendem Beifall der etwa 150 Zuschauer den Platz. Nach einer ergreifenden Rede des Sissacher Spielführers und einer noch ergreifenderen unseres Vizekapitäns Röbi Maurer begann unser erstes grosses Spiel: Unsere Aufstellung: Edy Hostettler W. Zimmermann W. Bamert R. Maurer Fr. Jenny H. Leuenberger E. Hofer Ch. Bernet A. Zarro P. Oppliger A. Rüefli Das Spiel beginnt beiderseits sehr lebhaft, bis die Sissacher gefährlich in Tornähe kommen, doch der Schuss geht in Behind. Es dauert etwa 3 Minuten, bis unser Team sich gefunden hat, dann aber wird das Spiel ausgeglichen, bis in der 5. Minute Ernst Hofer mit einer Steilvorlage Ch. Bernets davonzieht, die beiden Verteidiger stehen lässt und mit placiertem Eckschuss unsere Farbe in Führung bringt. 0:1 Ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich behaupte, dass wir dank diesem Tor das Spiel gewonnen haben, denn es hat die Moral unserer Elf kolosal gefestigt. Nun rollen die Angriffe ununterbrochen gegen das Tor der Einheimischen, die nur mit Glück um weitere Verlusttreffer herumkommen. Die Vorstösse der Gastgeber werden von der überrschend sichern und stosskräftigen Verteidigung der Weissen abgewiesen, wobei auch ihr Tormann oft zur Seite steht. Etwa 6 Minuten vor Halbzeit - es ist dies der Höhepunkt des Spieles - wird auf der linken Seite ein Vorstoss der Sissacher gestoppt, der Ball gelang zu Fritz Jenny der sofort an Ch. Bernet verlängert, welcher seinerseits 2 Gegner abhängt, herrlich unseren Rechtsaussen freispielt, dessen Flanke von Micky Rüefli sofort in halber Höhe an Bernet zurückgegeben wird, der mit prächtiger Direktabnahme aus gut 20 m den schönsten der 4 Treffer erzielte. Nach der Pause müssen wir gegen die Sonne spielen was unsere Maschinerie etwas ins Stocken bringt. Auch machen sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar, besonders in der Halfreihe. Doch hält die Verteidigung den immer dichter werdenden Sissacher Angriffen stand, bis in der 23. Minute der Mittelstürmer auf Fehler des linken Läufers zum Skoren kommt. Doch hat sich unser Team wieder gefunden und stürmt nun meist mit 6 Mann gegen das Landschäftlertor. Zehn Minuten vor Schluss köpfte Toni Zarro eine abgespielte Flanke zum 1:3 ein. Der nun folgende Endspurt bringt die Sissacher oft in arge Bedrängnis, doch können sie bis zum Schluss ihr Tor rein halten. Dieser prächtige Sieg ist eigentlich der erste grosse Erfolg unseres Clubs, besonders da er noch auf fremden Boden erzielt wurde und gegen einen Gegner, der uns physisch stark überlegen war. Doch zogen sie in technischer Hinsicht und in der Schnelligkeit so sehr den Kürzern. Eine Kritik über unsere Leute erübrigt sich, den jeder gab sein letztes her und war von A bis Z bei der Sache. Es bleibt noch zu erwähnen, dass der Basler Schiesrichter das Spiel souverän und sehr sicher leitete. Was nach dem Spiel alles passierte, darüber schweigt die Geschichte, es war auf jeden Fall "sauglatt".
Von Links: Bamert, Zimmermann, Hostettler, Neher, Bernet, Hofer, Zarro, Maurer, F. Jenny, Oppliger, Leuenberger, Rüefli Weitere Spiele befinden sich in der History |
History der Spiele 1940/41 Ranglisten, Resultate, Matchberichte, Aufstellungen, Torschützenliste, Zeitungsartikel usw. |
Jahresbericht 1940/41 Originalabschrift vom Dokument von Werner Bamert Das 2. Vereinsjahr zeichnet sich vor allem durch einen Rückgang sowohl an Spielern als auch Versammlungen aus. Das erscheint auf den ersten Blick sehr betrüblich, ist aber bei näherem Zusehen doch verständlich, denn die vielen Absenzen durch Rekrutenschulen oder Aktivdienst machten mehr Versammlungen unmöglich. Ebenso war es sehr schwierig, passende Gegner für uns zu finden. Hoffentlich bringt uns das 3. Vereinsjahr mehr Glück in dieser und jener Hinsicht. Geschäftliches: Seit der letzten Generalversammlung fanden nur 2 ordentliche Versammlungen statt, nämlich am 11. Januar und am 22. April. Es ist nicht Sache des Berichterstatters, über jede Versammlung einen ausführlichen Bericht abzulegen, da die Traktanden jeweilen im Protokoll verewigt wurden. Doch möchte ich einen kurzen Rückblick geben über das interne Vereinsleben. Am 11. Januar gab Ch. Bernet, der leider für unsere Farben verloren sein wird, da er nun in Zürich arbeitet, seine Demission als Trainer ein. An seine Stelle und mit Akklamation wurde E. Hofer gewählt. Ferner lag der Austritt von F. Jenny vor, der ebenfalls angenommen wird. Dafür können wir Hans Doensch als neues Mitglied begrüssen. Darauf gab Röbi Maurer einen Ueberblick über die Trainings und überreichte dem fleissgsten Besucher Hans Leuenberger einen Wanderpreis, der bei der Firma Hügenin in Le Locle für 20 Fr. erstanden wurde. In der 2. Versammlung vom 22. April wurde Franz Füeg wegen totaler Passivität und Nichterfüllung finanzieller Pflichten aus unserem Verein ausgeschlossen. Dafür kam Max Wagner nach zweijähriger Pause wieder zu uns zurück, ferner war auch der Eintritt Ruedi Schenkers perfekt geworden. Auch beschloss man, einen neuen Ball anzuschaffen, der bei der Firma Wyss bezogen wurde und zwar ein "Tell-Ball" für Fr. 26.-. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass unser verdienter Präsident Hans Leuenberger am 5. Mai in die R.S. nach Emmen einrückte, ebenso Toni Zarro nach Bellinzona. In der Zwischenzeit lag die Leitung beim Vizepräsidenten W. Bamert. In Memorian Max Hodel: Zum ersten Mal hat der Tod einen lieben Kameraden aus unseren Reihen geholt. Am 8. Juli ertrank er beim Baden in der Aare. Ich möchte es nicht unterlassen, an dieser Stelle den schwergeprüften Eltern unsere herzliche Anteilnahme auszusprechen. Eine Würdigung des Verstorbenen wird erfolgen. Spielerisches: Im verflossenen hat unser Team nur 4 Spiele absolviert, wovon 3 auf fremden Boden. Bemerkenswert ist Immerhin, dass davon 3 Spiele gewonnen und nur eins verloren wurde. Auch im letzten Jahre war es uns nie vergönnt, komplett anzutreten, und deshalb ist die Bilanz umso erfreulicher. Es ist schwer, als Mitspieler die Schwächen eines jeden aufzudecken; deshalb möchte ich mich jeglicher Kritik enthalten und nur die Tatsachen erwähnen: 9. Spiel: SC Sissach - SC Blustavia 1:3 (0:2) Torschützen: Hofer, Bernet, Zarro Aufstellung: Hostettler, Zimmermann, Bamert, Maurer, F. Jenny, Leuenberger, Hofer, Bernet, Zarro, Oppliger, Rüefli 10. Spiel: Utzenstorf 1 - SC Blustavia 5:4 (4:3) Torschützen: Oppliger 2, Zarro, Zimmermann Aufstellung: R. Jenny, Zimmermann, Bamert, Maurer, F. Jenny, Leuenberger, Hofer, Neher, Zarro, Oppliger, von Felten 11. Spiel: FC Solothurn Junioren - SC Blustavia 1:5 (1:0!) Torschützen: Schenker 3, Oppliger 2 Aufstellung: R. Jenny, Zimmermann, Bamert, Leuenberger, Doensch, Hodel, Hofer, Neher, Schenker, Oppliger, von Felten 12. Spiel: Von Rollsche Eisenwerke - SC Blustavia 4:5 (3:1) Torschützen: Bernet 3, Hofer, Neher Aufstellung: Hostettler, Doensch, Zimmermann, Maurer, Bamert, Leuenberger, Hofer, Zarro, Bernet, Schenker, Oppliger |
2. Generalversammlung vom 22.7.1941 im Rebstock Ein Protokoll der 2. Generalversammlung wurde nie erstellt. Es existiert nur eine Traktandenliste und eine Teilnehmerliste. Da die 3. Generalversammlung erst am 5.4.1946 abgehalten wurde konnte man dies aus demjenigen Protokoll entnehmen. |