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Diese Saison ist die wegbereitende Saison für unseren Verein. Nach dem Kriegsende nahm Hans Leuenberger das Zepter wieder fest in die Hand und legte viel Herzblut in den Verein. Das Platzproblem probierte man mit der Errichtung eines Sportplatzes im Steinbruch Nr. 4, nordwestlich St. Niklaus (dort wo jetzt das Pfadiheim ist) zu lösen und die Mitglieder mussten Hand anlegen. Nach der Abtrennung vom FC Solothurn wurde ebenfalls die Mitgliedschaft beim Schweizerischen Firmensportverband gesucht, damit man bei ihrer Meisterschaft mitspielen kann. Der Verein konnte während des Jahres viele Mitglieder werben und wurde kontinuierlich grösser. Wunderschön ist, dass unser Hans mit einem 9-seitigen Jahresbericht aufwartet, der den ganzen Weg beschreibt.

 

Jahresbericht 1945/1946 von Hans Leuenberger vom 4. April 1946

Schon mehr als ein Jahr war verflossen, seit die Mannschaft des SC Blustavia zum letzten Mal vom ununterbrochenen Misserfolg entmutigt, zu einem Meisterschaftsspiel in der 4. Liga des SFAV (Schweizer Fussball- und Athletikverband) angetreten war, als am 30. Mai 1945 zehn alte Kameraden im SCB im Bahnhofsbuffet von frischem Tatendrang erfüllt die Wiederaufnahme unserer Vereinstätigkeit freudig und feierlich beschlossen. Mit Rücksicht darauf, dass kurze Zeit vorher, am 8. Mai 1945 in Europa die so lange und heiss ersehnte Waffenruhe eintrat, glaubten wir es wagen zu dürfen, das Leben in unserem uns allen lieb gewordenen Verein wieder aufs Neue zu erwecken. Die uns so stark zugesetzte Aktivdienstzeit jeden einzelnen Spielers hatte in diesem grossen Ereignis ihren glücklichen Abschluss gefunden und wir konnten nun endlich wieder bei gutem Willen eines jeden auf vielseitigen Beistand und tatkräftige Unterstützung hoffen. Sämtliche von den Anwesenden ins Auge gefassten Richtlinien zur Gestaltung der Vereinstätigkeit wurden einstimmig gutgeheissen; so unter anderm die Auflösung der vertraglichen Verbundenheit mit dem FCS, Austragung von Wettspielen wie ehemals gegen Firmenmannschaften, Durchführung eines wöchentlichen Trainings unter der Leitung eines Trainers. Abwicklung des Spielprogramms ausschliesslich an Werktagen. Die Chargen im Vorstand wurden für das Jahr 1945/46 wie folgt verteilt.

Präsident: Hans Leuenberger - Aktuar: Edy Amiet - Kassier: Toni Zarro - Trainer: Rudolf Jenny - Materialverwalter: Walter Flury

An der Vereinsversammlung vom 30. November 1945 wurden ferner in den Vorstand gewählt als

Beisitzer: Rudolf Wyss - Captain: Ubald Flury

Infolge Wegzuges des Kassiers und des Trainers von Solothurn mussten diese 2 Posten bis zur heutigen G.V. provisorisch an der Vereinsversammlung vom 27. Februar 1946 besetzt werden. Gleichzeitig erfolgte die Wahl eines Sekretärs in der Person unseres nunmehr aktiv gewordenen Hans Glanzmann, der sich auch bereitwillig zur Verfügung stellte, soweit als erforderlich die Arbeiten eines Präsidenten der Spielkommission bis auf weiteres zu übernehmen. Das Amt eines Trainers wurde zusätzlich unserem Captain Ubald Flury in die Hände gelegt, der in beiden Funktonen den Statuten gemäss der Spielkommission angehört. Zum Kassier ernannte die Vereinsversammlung Hans Oberer, der sich in diesem Amte inzwischen schon recht intensiv eingelebt hat und seine oft nicht leichte Aufgabe zur vollen Zufriedenheit aller versieht.  Unter Berücksichtigung aller durchs Jahr hindurch erfolgten Mutationen hat der Vorstand somit heute folgendes Aussehen:

Präsident: Hans Leuenberger - Aktuar: Edy Amiet - Kassier: Hans Oberer - Sekretär: Hans Glanzmann - Beiseitzer: Rudolf Wyss - Materialverwalter: Walter Flury - Spielkommission: Präsident: Hans Glanzmann - Trainer und Captain: Ubald Flury

Zurückkommend auf die Neu-Konstituierung des SC Blustavia vom 30. Mai 1945 im Bahnhofbuffet möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich feststellen, dass damals unter den anwesenden Kameraden endlich wieder das gewünschte rege Interesse für die Ideale und Bestrebungen des SCB zu herrschen schien, wie wir dies nur noch von der alten, goldenen Zeit unseres Vereines her kannten. Jeder hoffte leise, die tiefe, gähnende Schlucht, eine Zeit voller Rückschläge und deprimierender Ereignisse gehöre nun für immer der Vergangenheit an. Im Anschluss an die Verhandlungen entspann sich eine lebhafte Diskussion. Allgemein herrschte die Auffassung, dass die Pfleg der Kameradschaft im Verein in den Vordergrund gestellt werden müsse. Dies vor allem durch intensives Arbeiten an unsern Trainingsabenden oder aber durch gemütliches Zusammensein an Versammlungen und geselligen Anlässen. Auch der Skisport während der Winterpause, eine jährliche Vereinsreise verbunden mit einem Wettspiel und die Durchführung eines Unterhaltungsabends wurden fest ins Auge gefasst. Eine weniger erfreulichen Angelegenheit war wieder einmal mehr die heikle Platzfrage. Doch fand auch dieses Problem für den Moment eine Lösung, indem wir uns entschlossen, vorderhand für das Training eine Waldwiese in den Anlagen des Wengistein-Gebietes zu benützen. Die Vorschläge betreffend die Benützung des Platzes des FC Scintilla oder event. die Herrichtung eines kleinen Trainingsplatzes irgendwo im Waldgebiet wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und zur Einleitung weiterer Schritte empfohlen. Das gute Resultat des Abens schien auch unsern neuen Kassier Toni stark beeindruckt zu haben. Jetzt war der Moment da, den günstigen Wind auszunützen um ihn in eine schlaue Finanzaktion einfallen zu lassen. Ein Kassier ohne Geld, das sei doch kaum denkbar, räusperte er sich hinter dem Tisch und startete gleich mit Vorschlägen zur Erlangung eines kleinen Anfangsbestandes. Seine Forderung nach einer freiwilligen Spende durch die Anwesenden fand bei allen herzlichen Anklang und sämtliche anwesende Blustavianer schenkten willig ihr kleines Scherflein. So wurde dem SC Blustavia damals am denkwürdigen 30. Mai 1945 wieder neues Leben eingehaucht.

Sportliche Tätigkeit

Leider mussten wir uns im 1. Vereinsjahr nach Wiederaufnahme der Tätigkeit mit nur 5 Fussball-Trainings begnügen, da es trotz allen Anstrengungen nicht möglich war, die Bewilligung zur Benützung des Stadions Solothurn vom FCS zu erlangen. Man befürchtet, wie es da und dort durchsickert - Konkurrenz! Der Besuch der abgehaltenen Trainings war zufriedenstellend bei einem Durchschnitt von 65 %. In der Folge verlegten wir dann das Training nach 6 Wochen in die obere Sperisengrube, wo an Stelle eines Balles nunmehr mit Schaufel und Pickel und Rollwagen hantiert wurde.

In zwei zur Austragung gelangen Freundschafts-Spielen siegte unsere Mannschaft gegen den FC Meyer & Stüdeli mit 4:1 und gegen die zweite Elf des FC Rüttenen mit 5:1 Toren. Wir dürfen über diese erzielten Erfolge höchst erfreut sein, umsomehr sie sozusagen ohne jegliche Trainings-Vorbereitung erkämpft worden sind.

Mitgliederbewegung

Nachdem wir mit sämtlichen ehemaligen Blustavianern Rücksprache genommen hatten, erfolgte eine gründliche Bereinigung unserer Aktivmitglieder-Liste, die mit Stichtag vom 30. Juni 1945 14 bisherige und 2 neugeworbene, also insgesamt 16 Mitglieder erzeigte. Durch witere Zunahme von 5 neuen Interessenten, die sich im Verlaufe des Herbstes und Winters als Aktive hinzugesellten, weist der Verein heute einen Mitglieder-Bestand von 21 Aktiven auf. Dazu ist aber zu bemerken, dass wenigstens bis jetzt 2 von ihnen nur auf dem Papier figurierten und 4 weitere ständig ortsabwesend sind, sodass effektiv für die Bestreitung unseres Programms nur mehr 15 Mann verfügbar sind, wovon mindestens 2-3 heute die Qualitäten noch nicht besitzen, die erforderlich sind, um gegen starke Gegner sich erfolgreich durchsetzen zu können. Schlussendlich verbleiben also sage und schreibe noch 12 Mann; was dann, wenn einmal zwei oder drei absagen, verletzt sind oder pausieren müssen? Zum wiederholten Male richte ich jetzt an dieser Stelle den Appell an Euch alle: Werbt neue Mitglieder, nicht Rückschritt, sondern Fortschritt soll unser festes Ziel sein.

Platzfrage

Bereits am ersten Abend, da wir uns anschickten, das Training auf der Waldwiese in den Wenistein-Anlagen aufzunehmen, kam es schon zu einer energischen Auseinandersetzung mit dem Anlagenhüter Latscha. Im Verlaufe einer hitzigen Debatte zeichnete sich ganz besonders unser Ruedi aus, der dem unvernünftigen, groben Gesellen eine gehörige Schlappe erteilte. Um weiteren Unannehmlichkeiten vorzubeugen, hielten wir es für angezeigt, für den betreffenden Abend nach einer Trainingsmöglichkeit im Fegetz Umschau zu halten. Der Platz war nicht belegt und wir wagten frisch den Schritt. Das Wort "wagen" darf hier absolut nicht als übertrieben angesehen werden, denn wenn gewisse und darunter sogar prominente Heren Solothurns davon Wind erhalten hätten, wären polizeiliche Massnahmen bestimmt nicht ausgeblieben. Soweit stehen wir in unserem lieben Aristokraten-Staädtchen im 20. Jahrhundert! Der vielseitige Schrei nach neuen Sportplätzen und modernen Sportanlagen stösst hier nur auf scheinbar taube und blinde Menschen.

Unsere letzte Hoffnung mittelst einem gut begründeten Gesuch an de FC Solothurn zu gelangen, schlug ungefähr so, wie wir es uns vorgestellt haben fehl. in poetisch-dramatischer Weise, wie man es von Herrn Max Frutiger, dem unter den Sportsleuten bestgehassten FCS Präsidenten, nicht anders erwarten durfte, wurde des Gesuch abgewiesen und mit ganz besonderer Genugtuung verlieh man an einer Vorstandssitzung des FCS, dem Entschlusse Ausdruck, es sei das Stadion Solothurn aus Konkurrenz-Gründen für den SC Blustavia ein für allemal zu sperren, doch nicht unter dem aufrichtigen Vorwand gefürchteter Konkurrenz, sondern mit der plumpen Entschuldigung einer gegenwärtig zu grossen Beanspruchung des Platzes durch die eigenen Mannschaften.

Unvermittelt setzte ich mich dann mit dem Präsidenten des FC Scintilla in Verbindung auf deren Platz ich eine allerletzte Aussicht auf Trainingsgelegenheit hegte. Doch auch hier vergebliche Mühe. Der FC Scintilla hatte inzwischen des übertrieben hohen Pachtzinses wegen auf die weitere Benützung des Platzes verzichtet. Jetzt durfte die heikle Platzfrage erst recht nicht ruhen gelassen werden. Das erfreulich gut funktionierende Tätigkeitsprogramm durfte unbedingt keinen Abbruch erleiden, nur der mangelnden Spielgelegenheit wegen. Gewiss,  ein Fussball-Klub ohne Platz ist etwa wie ein Fluss ohne Wasser. Die ehemals so friedlich und quecksilbrig dahinfliessenden Wellen versiegen, das Flussbett rocknet aus, das Leben erlischt.

Manche Stunde verbummelte ich, um nach einem Platz Umschau zu halten und wenn es nur eine kleine Wiese wäre. Sie könnte uns die schlimmste Zeit des Mehranbaues bestimmt überbrücken helfen. Endlich, Mitte Juni gelangten wir mit dem Gesuch an die Bürgergemeinde Solothurn, es möchte uns der total unproduktive Gruben-Platz im Steinbruch Nr. 4, nordwestlich von St. Nilaus zwecks Errichtung eines Sportplatzes zur Verfügung gestellt werden. Die Ausmessung des Terrains zeigte, dass sich ein Platz von ca. 30 x 60 m herrichten liesse. Ueber die grosse Arbeit, die wir uns damit aufbürden werden, waren wir uns alle anlässlich einer gemiensamen Besichtigung absolut im Klaren. In dieser Sportplatzangelegenheit setzte ich mich sofort auch mit Herrn Architekt O. Sperisen in Verbindung, der unserem Vorhaben Verständnis entgegenbrachte und sich gerne bereit erklärte, uns das ganze Auffüllmaterial, sowie Rollwagen und Geleiseanlagen zur Verfügung zu halten. Ebenso anerbot er sich unentgeltlich für das Nivelieren des Platzes und sicherte uns zwei seiner erfahrensten Arbeiter zur Errichtung der erforderlichen Geleise-Brücke zu.

Inzwischen gelang es mir auch, in verschiedenen Besprechungen und Konferenzen die Rover der Pfadfinderabteilung der Stadt Solothurn, die Katholische Jungmannschaft St. Niklaus und letztenendes noch den Eishockey-Club Solothurn zur Mithile zu bewegen. Am 6. Juli 1945 kam uns die zusagende Antwort einer Zurverfügungstellung des Platzes durch die Bürgergemeinde zu und am 29. Juli wurde der entsprechende Vertrag rückwirkend auf den 1. Juli 1945 von den Parteien unterzeichnet. Damit war uns wenigstens der Platz sichergestellt. Nun galt es aber erst, tüchtig zu arbeiten. Am 10. August endlich, nach ungezählten Stunden mühevoller Vorarbeit, war das Projekt soweit fortgeschritten, dass die Arbeit von den 4 beteiligten Vereinen gemeinsam aufgenommen werden konnte.

Die Vorbereitungsarbeiten, die ausschliesslich vom SC Blustavia geleistet wurden, waren insofern mit etwelchen Schwierigkeiten verbunden, als zur Ermöglichung der Herbeischaffung der notwendigen Schuttmassen eine ca. 2 m hohe und 15 m lange Rollbahn-Rampe mit einem massiven Holzgerüst errichtet werden musste. Leider vermisste ich dabei allzusehr und allzuoft kameradschaftliche Unterstützung des grösseren Teiles der Aktiven, die es scheinbar als absolut überflüssig fanden, tatkräftig mitzuhelfen. Widerholt musste ich die bittere Feststellung machen, dass es einzelne Kollegen mit gegebenen Versprechen keineswegs so genau nehmen, wie oft wurde mir bei allem Ernst versichert: "Kannst Morgen-Abend auf mich zählen", anderntags jedoch zur verabredeten Stunde stand ich mit einem oder zwei Kameraden allein und aufs tiefste enttäuscht vor der äusserst umfanreichen und schweren Aufgabe. Von Entschuldigungen, keine Rede!Am Tage des Rampenbaues, ich erinnere mich noch gut an diesen strahlenden Samstag-Nachmittag, waren sage und schreibe unserer zwei, Ubald Flury und ich zur verabredeten Arbeit erschienen, wo doch an sämtliche Blustavianer der Appell zur Mithilfe ergangen war. Ich hatte Herrn Architekt mindestens 8 Mann versprochen, der seinerseits bereitwillig zwei seiner Arbeiter hinschickte. Blustavianer! Nennt Ihr das Kameradschaft oder gar guten Vereinsgeist? Ihr nicht, aber ich musste oftmals Euretwegen fatale Blamagen einstecken. Noch heute denk ich mit leisem Schmerz an diese Stunden bitterster Enttäuschung zurück. Ist es denn tatsächlich wahr, dass man sich im SC Blustavia, der bis anhin stets Inbegriff bester Kameradschaft und engster Verbundenheit unter den Mitgliedern war, auf eine solch betrübliche Art und Weise im Stiche lässt. Bringt denn die Mitgliedschaft in einem Vereine wirklich nur rechte, wogegen sie kleine Pflichten kennt? Kameraden, dieser Zustan muss unverzüglich aufhören und er hat auch schon aufgehört. Das alte, feurige Blut soll wiederum durch die Adern unseres Vereins sprudeln. Jeder packt an, wo Not am Manne sit. Zusammenahlten, für unsere gemeinsame Sache einstehen, dann dürfen wir ruhig in die Zukunft hinein blicken!

Am 7. August 1945 war der Rampen-.Bau endlich beendigt und am 10. August begannen die Auffüllarbeiten. In einer Konferenz vom 6.8.45 in den Wirthen wurde zwischen den 4 beteiligten Vereinen über einen die Arbeit regelnden Vertrag beraten, der nach erfolgter Bereinigung von jeder Partei unterschrieben und damit verbindlich werden sollte. Gleichzeitig erfolgte die Bestellung eines Komitees, bestehend aus 8 Mann, je zwei Vertreter eines jeden Vereins, das sich mit allen Platzfragen und Angelegenheiten, die diesen berühren zu befassen hat.

Die Auffüllarbeiten schritten überraschend langsam vorwärts und im Verlaufe zweier Monate intensivsten Schaffens, waren tatsächlich noch keine allzugrossen Fortschritte wahrzunehmen. Ich setzte mich daraufhin mit Herrn Architekt Ischer vom Bau-Departement in Verbindung, der sich gerne bereit erklärte, eine Besichtigung der Arbeitsstätte vorzunehmen, und uns fachtechnisch zu beraten. Das Ergebnis war dann tatsächlich dasjenige, das ich vermutete. Das geplante Platzniveau sei viel zu hoch, was äusserst umständliche und langwierige Auffüllarbeiten bdinge. Das rationellste und schnellste Vorgehen sei unzweifelhaft eine Senken des Niveaus um c. 50 cm, abgraben der Nordböschung und verwendung dieses Materials zum Auffüllen der teiferliegenden, südlichen Platzhälfte. Ist dies nicht der Arbeitsvorgang, wie ich ihn von Anbeginn vorgeschlagen hatte?

Herr Ischer war davon überzeugt, dass durch eine entsprechende Arbeisumstellung ein Zeitgewinn von mindestens 4 Monaten erreicht werde. Dies war das Signal zur Besinnung. Unverzüglich wurden die notwendigen Massnahmen zur Umstellung getroffen und am Donnerstag, den 25. Oktober 1945, machte sich der SC Blustavia erstmals an die neue Aufgabe. Setzten sich die drei andern Vereine zu Beginn des Werkes recht mutig ein, so liese diese Energie bald bei allen mehr oder weniger zu wünschen übrig. Die Kath. Jungmannschaft wurde durch Theaterproben von der Mithilfe abgehalten und fand es nach Schluss der Theateraufführungen nicht mehr nötig, vor Einbruch des Winters wiederum einzugreifen. Der Eishockey-Club stellte ganz plötzlich und unentschuldigt seine Tätigkeit ebenfalls ein. Wie der Sprechende dann endlich erfahren konnte nur einer lächerlichen Bagatellsache wegen, der das Arbeitskontrollheft zu Grunde lag. In diesem wurde nähmlich durch ein Mitglied der Jungmannschaft eine Rekapitulation des bisher geleisteten Arbeitspensums aller vier Vereine vorgefunden, in der der Anteil des Eishockey-Clubs äusserst gering erschien. Dadurch aufs empfindlichste verletzt blieben die Leute vom EHC kurzerhand und ohne jegliche Mitteilung von der Arbeit weg. Auch wir Blustavianer kamen in dieser Rekapitulation nicht viel besser weg, trotzdem wir doch im Vergleiche zu allen andern eine Riesenarbeit, von Konferenzen und Unterhandlungen gar nicht zu reden, vollbracht hatten. Nur fühlten wir uns dadurch kaum in unserer Ehre gekränkt; das Kontrollheft kann unsere Leistungen nicht verleugnen. Wo aber liegt nun der Has im Pfeffer, des Rätsels Lösung ist leicht. Die vertraglich erforderlichen Kontrolleute haben zum Teil kläglich versagt. Währenddem der unsrige z.B. bei der Jungmannschaft und bei den Pfadfindern stets vertreten war, und die Arbeitsleistung dieser Vereine vorschriftsgemäss in das Kontrollheft eintrug, blieben die Kontroll-Mannen, die uns und die Hockeyaner kontrollieren sollten weg und damit auch die Eintragungen im Kontrollheft, die von einem Verein nicht selbst eingetragen werden durften. Wer hat sich also allen voraus an der Nase zu nehmen? Die Leute vom Eishockey-Club liessen auch je länger je mehr in den Leistungen nach und die Genauigkeit liess zudem stark zu wünschen übrig, weshalb sich der Sprechende einmal veranlasst sah, sie auf solch unkameradschaftliches Verhalten aufmerksam zu machen. Auch jetzt spielte man wiederum die arg verletzte Leberwurst. In einer Konferenz im Rest. St. Urs führte dann eine zwei Stunden lange Verhandlung zu Beginn des Monats November schlussendluch wieder zur gütigen Einigung und der EHC erklärte sich bereit, im Frühjahr 1946, nach Ablauf der Eishockeysaison am Platze weiter zu arbeiten.

Eine äusserst betrübliche Rolle spielten aber bei der ganzen Angelegenheit die allzeit bereiten Pfadfinder, bezw. die "Rover" der Pfadfinderabteilung der STadt. Von Anbeginn weg boten sie schon eine klägliche, unzulängliche Arbeitsleistung. Wenn sie einmal 4 Mann zur Arbeit brachte, war es bestimmt das Maximum. Dann wurde aber nicht gearbeitet, bei weitem gefehlt. Dann wurde am laufenden Bande "gelafert", statt geliefert und man vertröstete sich seelenruhig auf die Zeit, wo die andern, inklusive dem "Indianerhäuptling und Schürzenjäger" Rutz aus der Rekrutenschule zurückkehren werden. Und sie kehrten dann wirklich zurück und "Allzeit bereit" wie immer zog sich die Gesellschaft feige und grundlos aus der Affäre.

Es braucht eben allerhand Mut und Aufopferung, um ein grosses Werk zu vollbringen. Wie viel leichter und angenehmer ist es doch, mit einigen hübschen Weibchen zu später Abendstunde Arm in Arm dem Walde zu, ins Pfadi-Heim zu pilgern um da zu tanzen, um sich bis in den frühen Morgen hinein zu amüsieren, Zu solchen und ähnlichen Spielen, die sich meines Wissens mit den Gesetzen der Pfadfinder entschieden kreuzen, sind Rutz und Konsorten "Allzeit bereit". Diese Feststellungen, die eigentlich nicht in einen Jahresbericht hineingehören, möchte ich dennoch an dieser Stelle festgehalten haben, denn es ist mir ein Befürfnis, Euch unumwunden davon Kenntnis zu geben, wie es um die "Rover" der Pfadfinderabteilung der Stadt Solothurn, die den jungen Nachfolgern als Vorbild dienen sollten, heute bestellt ist.

All diese Vorkommnisse sind in erster Linie dem Umstande zuzuschreiben, dass der Arbeitsvertrag zwischen den 4 Vereinen, der von uns schon zu Beginn des Monates August 1945 fix und fertig zur Unterzeichnung bereit lag, leider nie von allen Parteien unterschrieben wurde. Mindestens 5 Konferenzen berief ich zu diesem Zwecke ein und jedesmal hatte man von verschiedenen Seiten irgendwelche Entschuldigungen, die eine Unterzeichnung des Vertrages erneut scheitern liessen. Schlussendlich zu Begin des Monats Dezember 1945 war es endlich die Kath. Jungmannschaft, die als erste nach uns die bezüglichen Verpflichtungen einging, währenddem die Pfadfinder ja bereits ausgeschieden waren, und die Eishockeyaner mit der plumpen Zusicherung aufrückten, bei Wiederaufnahme der Arbeiten im Frühjahr die definitive Vertragsunterzeichnung zu vollziehen. Eine erneute Zusammenkunft vor 3 Wochen führte wiederum nicht zum Ziel. Wieder waren es die Leute vom Eishockey-Club, die uns Schwierigkeiten bereiteten, indem ihnen die Vollmacht zur Unterschrift von kompetenter Seite nicht erteilt wurde. Aus den gemachten Mitteilungen heraus, konnten wir entnehmen, dass ein gewisser "Wühler" in den Reihen ihres Vereins Unfriede heraufbeschwöre und die Leute nach bester Möglichkeit zu unterholzen versuche, sie dazu auffordere, sich vom Sportplatzbau fernzuhalten. Eine Rücksprache mit dem Präsidenten Herrn Graber ergab jedoch das Resultat, dass an der G.V. des Eishockey-Clubs, die ebenfalls am heutigen Abend stattfindet, darüber verhaldelt werde und dass bestimmt eine Gruppe des EHC die Arbeit fortsetzen werde. Nachdem man sich vergangenes Jahr dazu bereit erklärt habe, sei es selbstverständlich, dass seine Leute weiterarbeiten werden.

Der Endeffekt der ganzen, langen und ekelhaften Geschichte ist bestimmt der, dass man sich scheut, irgenwelche Verbindlichkeiten einzugehen, die doch schlussendlich für alle 4 Parteien ein und dieselben sind. Muss man sich öfters mit derartigen, schlüpfrigen Gesellen abgeben, so bekommt man je länger den Eindruck, man habe es mit "Buben" zu tun und nicht mit jungen, frischen und munteren Sportlern. Wir können nur wünschen, dass sich unser Mitgliederbestand in der nächsten Zeit in dem Masse vergrössert, dass wir nicht mehr unbedingt auf derart bemühende Leute angewiesen sind. Mit dem Einsatz von 2 - 3 Arbeitsgruppen zu je 6 bis 7 Mann und der Mitwirkung der Kath. Jungmannschaft wäre die Bewältigung des Arbeitspensums durchaus möglich. Darum, werben wir neue Mitglieder, machen wir uns zu einem starken, unabhängigen Verein, dann schaffen wir selbst, was durch die Mithilfe von Dritten so beschwerlich erschein.

Letztmals am 3. Dezember tragen sich die Unentwegten des SCB im Jahre 1945 bei grimmiger Kälte und einer dünnen Schneedecke zur Arbeit im Steinbruch droben, um am 22. März 1946 nach etwas mehr als 3 Monaten mit neuer Kraft und frischen Mutes die Tätigkeit wiederum aufzunehmen. Wir dürfen stolz darauf sein, keinen Moment am guten Gelingen des Werkes gezweifelt zu haben. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg.

Vereinsversammlungen und Vorstandssitzungen

Im abgelaufenen Vereinsjahr gelangten insgesamt 8 Vereinsversammlungen und deren 3 Vorstandssitzungen zur Durchführung. Die Teilnahme liess vereinzelt zu wünschen übrig. Es gibt leider immer noch Leute unter uns, die sich nicht bewusst zu sein scheinen, wozu sie denn Mitglied unseres Vereins sind. Kameradschaft ist das erste Ziel unserer Bestrebungen. Dienen denn nicht Vereinsversammlungen und Zusammenkünfte gerade diesem Zwecke?

Finanzielles

Ueber dieses Kapitel wird Euch der Kassier in seiner Jahresrechnung orientieren. Erwähnt sei nur, dass zu Beginn dieses Jahres endlich ein Postcheck-Konto eröffnet wurde, über das sich nun in Zukunft ein beträchtlicher Teil unseres Zahlungsverkehrs abwickeln wird.

Veranstaltungen und Geselliges

Der Sportplatz-Arbeitsvertrag enthält unter anderm die Bestimmung, dass sich jeder Verein verpflichte, zur Oefnung der allgemeinen Sportplatzkasse seinen Anteil in der Form zu leisten, dass er unter seiner Regie einen öffentlichen Unterhaltungsabend veranstaltet, dessen Reinertrag dann eben der Sportplatzkasse zufliessen soll. Die letzten schönen und warmen Sommerabende wollte sich der SCB hiezu nicht entgehen lassen und bestimmte den 1. September 1945 zur Durchführung eines solchen Abends. An umfangreicher und zügiger Propaganda liessen wir es nicht fehlen, keine Arbeit und war sie auch noch so bemühen, wurde gescheut. Zwar liess ide Mitarbeit auch hier wiederum von Seiten vieler Aktiver sehr zu wünschen übrig. Diese Feststellung wiederspielgelt wohl am besten die Tatsache, edass gut die Hälfte unserer Aktiven wohl am besten die Tatsache, dass gut die Hälfte unserer Aktiven nicht von dieser wichtigsten Veranstaltung des Jahres wussten, trotzdem in verschiedenen Besprechungen und Zusammenkünften die ganze Angelegenheit eingehend durchberaten worden war, ohne dass sich jedoch diese Leute verpflichtet fühlten daran teilzunehmen. Man machte sich kurzerhand und stillschweigend aus dem STabe und überliess den ganzen "Krampf" einmal mehr dem Präsidenten. Mit Edy Amiet und Walter Flury zusammen war es mir somit vergönnt, neben der heilosen Arbeit für den Sportplatz noch dieses Gewicht auf den Buckel zu laden. Schlussendlich durften wir froh sein, dass wnigstens unserer schriftlichen Einladung zur Teilnahme am Abend selbst Folge geleistet wurde, zwar fehlten dann sogar hier noch etliche. Und schon wieder bin ich beim schönen Kapitel Kameradschaft und Zusammenarbeit angelangt.

Der Abend selbst stand glücklicherweise unter dem Einfluss herrlichsten Wetters. In Massen strömte das Publikum dem Touring zu, wo der Abend stattfand. Sämtliche Lokalitäten und die grosse Terrasse füllten sich rasch bis zum letzten Platz. An den zwei aufgestellten Kassen herrschte Hochbetrieb. Man wusste sich kaum des Andranges zu erwehren. Verschiedene Nachzügler mussten sogar zufolge Ausverkaus wiederum dem Heimwege übergeben werden.

Das Programm selbst fand seinen Höhepunkt in den meisterhaften Darbietungen Max Wüthrich's, Langendorf, dem Schweizermeister im Kunstradfahren. Weniger glücklich schnitten die zwei Humoristen genannt "Jux und Lux" ab, deren Produktionen auf der offenen Terrasse leider nicht genügend zur Geltung kommen konnten und deshalb vom Publikum eher belächelt und bemitleidet als beklatscht wurden. Das Orchester "Playmates" machte seine Sache recht. Nur schade, dass einzelne Orchesterleute allzuviel im Saal herumstolzierten, währenddem die andern zum Tanz aufspielen. Sehr erfreut hat uns Blustavianer die Anwesenheit unseres lieben, ehemaligen Klubkameraden Charly Bernet, dem heutigen Internationalen, der es sich nicht entgehen liess, extra aus Zürich kommend diesen Abend mit uns zu verbringen.

Der finanzielle Erfolg der Veranstaltung liess wirklich nichts zu wünschen übrig. Mit einem Reingewinn von Fr. 450.-- durften wir herzlich zufrieden sein. Also, ein voller Erfolg.

Am Stamstag, den 8. Dezember 1945 fand im Säli des Rest. Rebstock unser St.Niklaus-Abend statt. Diese Veranstaltung im kleinen Rahmen, wozu auch die holden Damen freundlich eingeladen waren, diente ausschliesslich der Geselligkeit. 15 Paare und diverse Sologänger erlebten damals einen gediegenen und netten Abend. In bunter Reihenfolge wechselten Tanz, gerissene Produktionen und fröhliche Spiele miteinander ab. Auch der "Niggi-Näggi" blieb nicht aus und liess jedem Anwesenden ein kleines Päckli mit Süssigkeiten und einem Grittibänz überreichen. Eine freudige Ueberraschung war für uns wiederum das plötzliche, unerwartete Auftauchen unseres Kameraden Charly Bernet, der auch dieses Mal wieder bei uns sein wollte und zu diesem Zwecke extra mit zwei Zürcher-Kameraden, übrigens auch zwei ehemalige Solothurner, im Wagen von Zürich hierher gefahren kam. Kurz nach Mitternacht wartete uns der Wirt mit einem köstlichen Imbiss in Form eines mächtigen Rest. Brotes auf. Inzwischen war die Stimmung in ein recht gemütliches, ungezwungenes Stadium eingetreten. Nur allzuschnell rückten die Uhrzeiger auf 4 Uhr und jeder von uns hegte beim Abschied den stillen Wunsch, recht bald wieder zu solch frohem Beisammensein gerufen zu werden.

Bestrebungen betr. Eintritt in den Schweizerischen Firmensportverband

Durch unsern Sekretär reichten wir kürzlich das Gesuch um Aufnahme unseres Vereins in den Schweiz. Firmensportverband an dessen Sekretariat in Basel. Am Freitag, den 15. Februar 1946 fand im Bahnhofbuffet zwischen zwei Vertretern des FC Scintilla und drei vom SC Blustavia, nämlich Hans Glanzmann, Edy Amiet und dem Sprechenden eine erste Fühlungsnahme zur Erwägung der Eintrittsmöglichkeit in den S.F.V. statt. Der FC Scintilla ist bereits Mitglied des S.F.V und wurde von Basel aus beauftragt, über die Art und das Wesen unseres Vereins zu orientieren. Wie wir erfreulicherweise feststellen konnten, würde der FC Scintilla unsere Mitarbeit im S.F.V. sehr begrüssen. Auf jeden Fall versicherten sie uns, ihr Möglichstes zu tun, um uns den Weg zum Eintritt in den Schweiz. Firmensportverband zu ebnen. Bis zur Stunde hat uns Basel noch keinen Bericht zukommen lassen.

Verschiedenes

An einer der letzten Vereinsversammlungen wurde beschlossen, in Zukunft ein kleines Vereinsorgan, die Blustavia-Post vierteljährlich erscheinen zu lassen. Sie soll unsere alten Getreuen, die ausserhalb Solothurn Wohnsitz haben von Zeit zu Zeit über die Vereinstätigkeit im SCB orientieren und damit vor allem den Kontakt mit uns für alle Zeiten aufrecht erhalten. Urs Stüdeli hat sich in verdankenswerter Weise bereit erklärt, dieses Mitteilungsblatt zu redigieren und bereits ist die erste "Blustavia-Post" geboren und auch schon prompt versandt worden.

Zur Vergrösserung unseres bescheidenen Vermögens machten wir im letzten Sommer den Versuch, selbstangefertigte Passivkarten zu vertreiben. Jedem Aktiven wurde zur Pflicht gemacht, mindestens 5 solcher Karten an den Mann zu bringen. Nur wenige gingen jedoch mit der nötigen Energie dahinter, sodass diese Aktion nicht den erwarteten Erfolg zeitigte. Dafür soll sie aber im kommenden Berichtsjahr umso erfreulicher ausfallen.

Vor Monatsfrist wurde auch eine Werbeaktion zur Vermehrung unseres Mitgliederbestandes eingeleitet, welche bereits die ersten Früchte zeigt. Zu diesem Zwecke fertigten wir ein spezielles Propagandaschreiben an, das als Werbemittel äusserst zweckdienlich sein dürfte. Die Werbeaktion geht weiter.

Damit bin ich am Ende meiner Ausfühungen angelangt. Ich werde mich bemühen und es mir zur Ehre machen, auch im kommenden Jahre treu und pflichtbewusst zum Sportclub BLUSTAVIA zu halten, ihm meine ganze Kraft und mein ganzes Können auch weiterhin zur Verfügung halten. Von Euch, liebe Kameraden, hoffe ich in meinen Bestrebungen tatkräftiger, als dies bis anhin bei einzelnen der Fall war, unterstützt zu werden. Wir wollen den SCB aufblühen lassen, zu einem starken, unabhängigen Verein schmieden. Dazu braucht es aber die kräftige Mitarbeit des hintersten Blustavianers. Es lebe der SPORTCLUB BLUSTAVIA!

Solothurn, den 4. April 1946  Der Präsident: Hans Leuenberger

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Vereinsversammlungen 1945/1946

Zu den Originaldokumenten

 

3. Generalversammlung vom 6.4.1946  20.00 Metzgerhalle

Protokoll

Vorsitz: Hans Leuenberger Präsident

Anwesend: lt. Präsenzliste 12 Aktiv- und 2 Passivmitglieder

Entschuldigt haben sich: Jenny Ruedy, Zarro Anton, Wyss Ruedy, Amiet Heinz und Stüdeli Urs

Traktanden: 1. Apell, 2. Protokoll von der letzten Generalversammlung, 3. Jahresberichte, 4. Jahresrechung, 5. Wahlen, 6. Mutationen, 7. Festsetzung der Jahresbeiträge, 8. Statutenrevision, 9. Arbeitsprogramm 1946/1947 10. Verschiedenes

Unser Präsident eröffnet punkt 20.30 die Generalversammlung. In seiner kurzen Begrüssung dank er den anwesenden Mitgliedern für ihr zahlreiches Erscheinen, wodurch neuerdings dokumentiert wird, dass es dem Blustavianer über das Schicksal unseres Vereins im kommenden Jahr nicht gleichgültig ist.

Einen speziellen Gruss richtet er an die zwei Passiv-Mitglieder Werner Bamert und Albert Meili, die es sich nicht nehmen liessen, an unserer Generalversammlung teil zu nehmen.

2. Protokoll von der letzten Generalversammlung

Das Protokoll von der letzten Generalversammlung kann nicht verlesen werden, da die 2. Generalversammlung bereits vor mehr als 5 Jahren stattgefunden hat und über diese kein Protokoll vorliegt.

3. Jahresbericht

Der Präsident unterbreitet der Generalversammlung einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des verflossenen Vereinsjahrs. Mit träfem Ausdruck versteht er es, die Versammlung über die Arbeiten, Anlässen und sportlichen Tätikeiten unseres Vereins eingehend zu orientieren. Sei flott abgefasster Jahresbericht wird von der Versammlung mit grosser Aklamation aufgenommen und einstimmig unter bester Verdankung genehmigt.

4. Jahresrechnung und Revisionsberichte

Der Kassier erstattet Bericht über die Finanzlage unseres Vereins. In seinem ausführlichen Kassabericht erläutert er die Versammlung eingehend über die getätigten finanziellen Geschäfte und gibt Auskunft über die grösseren Einnahmen- und Ausgabenposten, wonach der Kassabestand per 31. März 1946 einen Betrag von Fr. 177.60 aufweist. Nach Verlesung des Revisionsberichtes, der vom Präsident abgefasst ist, wird dem Kassier unter bester Verdankung der geleisteten Arbeiten Decharche erteilt.

5. Wahlen

Der Vorsitzende dankt den Vorstandsmitgliedern für ihre Mitarbeit im verflossenen Vereinsjahr u8nd es freut ihn ausserordentlich, dass keine Demissionen vorliegen, sodass der Vorstand diskussionslos wieder gewählt wird. Das Amt des Vizepräsidenten, welches bis heute noch unbesetzt war, wird einstimmig in die Hände von Ruedy Wyss gelegt. Gleichzeitig erfolgt die Wahl eines Beisitzers in der Person von Willy Zimmermann. Der Vorstand setzt sich nunmehr wie folgt zusammen:

Präsident: Hans Leuenberger - Vizepräsident: Ruedy Wyss - Aktuar: Edy Amiet - Sekretär: Hans Glanzmann - Kassier: Hans Oberer - Trainer: Ubald Flury - Materialverwalter: Walter Flury - Beisitzer: Willy Zimmermann

Als Revisior wird von der Versammlung Walter Flury bestätigt.

6. Mutationen

Folgende Mitglieder, die sich als gute und teue Kameraden gegenüber dem SCB erwiesen haben, werden definitiv als Aktivmitglieder in unseren Verein aufgenommen:

Hans Oberer, Hans Glanzmann, Ruedy Bläsi, Otto Henzi, Albert Lüthy, Urs Stüdeli

In einem Schrieben wünscht Ernst Hofer, den Austritt aus dem SCB, welchem entsprochen wird.

Rof Uebelhart wünscht, vom Aktiv- zum Passivmitglied transferiert zu werden, welchem Begehren Folge geleistet wird.

7. Festsetzung der Beiträge

Allgemein ist man der Ansicht, dass der Beitrag für das kommende Vereinsjahr mit Fr. 3.-- pro Quartal beibehalten soll. Diesem Antrag wurde diskussionslos zugestimmt.

8. Statutenrevision

Es wurden keine Abänderungsvorschläge eingereicht.

9. Arbeitsprogramm 1946/47 - Verschiedenes

Der Präsident unterbreitet ein Programm, woraus zu entnehmen ist, dass voraussichtlich alle 14 Tage ein Spiel ab Monat Mai bis Oktober ausgetragen werden soll. Das Training soll wöchentlich einmal am Montag-Abend durchgefürht werden. Sollte jedoch während der Woche ein Spiel stattfinden, so tritt dieses an Stelle des Trainings. Im weiteren wird einmal in der Woche und zwar am Freitag-Abend an unserem Sportplatz gearbeitet, damit der Platz unbedingt auf Jahresende fertig wird. Im Falle, dass unser Verein in den Schweiz. Firmensportverband aufgenommen werden soll, wird ins Auge gefasst, an der Schweiz. Firmenmeisterschaft, welche im Sommer 1946 in Basel stattfindet, teilzunehmen.

Schluss der Generalversammlung 10.45 Uhr   Der Aktuar: Edy Amiet

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Fotoalbum über die Sperisengrube mit Verträgen, einem poetischen Bericht über die Arbeiten (sehr wahrscheinlich von Hans Leuenberger, unbedingt lesen!) und Besprechungen

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