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Diese Saison stand ganz im Zeichen der Sperisen-Grube und des Beitritts in den Firmensportverband. Beides kostete viel Kraft, Energie und Arbeit. Die Sperisen-Grube weitete sich zu einer niemals endenten Odyssee aus, während, nach langem Vertrösten, der Beitritt zum Verband doch noch ein Happy-End nahm. Hans hat uns in seinem Jahresbericht die Ereignisse erhalten. Sportlich ist das Jahr 1946 schlecht dokumentiert, das Jahr 1947 jedoch vorzüglich.

 

Jahresbericht 1946/1947 von Hans Leuenberger vom 9. Mai 1947

Wiederum ist ein Vereinsjahr vorbei, ein Jahr vielen erfreulichen Fortschrittes aber auch einiger bitterer Enttäuschungen. Trotz äusserster Bemühungen des Sprechenden und einiger pflichtbewusster und getreuer Mitarbeiter gelang es nicht immer, die gesteckten Ziele zu erreichen. Oft gereichte gewisse Nachlässigkeit einer ganzen Reihe aktiver Blustavianer dem Vereine zu bedauerlichem Schaden. In kurzen Zügen werde ich in der Folge über "Freud und Leid" des SCB im verflossenen Berichtsjahre Aufschluss geben.

Bestebungen betr. Aufnahme in den Schweizerischen Firmensportverband

Nachdem wir kurz vor der GV 1945/46 das Gesuch um Aufnahme in den Schweizerischen Firmensportverband an dessen Vorstand richteten, fand daraufhin im Hotel Metropol in Solothurn eine eingehende Aussprache mit dem Zentralsekretär des SVV, Herr Sauter aus Basel, dem Präsidenten des Fussballclubs der Firma Scintilla, Herr Howald und dreier Vertreter unseres Vereins, Edi Amiet, Hans Glanzmann und dem Sprechenden statt. Eine Einigung konnte aber vorerst noch nicht erzielt werden, weil sich unser Sportclub aus Arbeitern und Angestellten verschiedener Firmen rekrutiert, was im Grunde genommen gegen das Prinzip des SFV spricht. Herr Sauter riet uns an, wenigstens formell einen Firmennamen sozusagen als Decknamen zu wählen, z.B. "Staatsverwaltung Solothurn", die laut Mitgliederverzeichnis allein mit 7 Mitgliedern in unserem Verein vertreten sei.

Mit einem weiteren Schreiben gelangten wir kurz darauf erneut an den SFV und unterbreiteten den Vorschlag, unseren Verein unter dem Namen: Sportclub Blustavia, Arbeiter und Angestellte kleiner Firmen auf dem Platze Solothurn - in den Verband aufzunehmen. Wir begründeten unser Anliegen damit, dass auch Angestellten und Arbeitern kleiner Firmen, die nicht im Stande sind, eine eigene Mannschaft auf die Beine zu bringen, die Möglichkeit geboten werden sollte, sich in einer Firmenmannschaft zu betätigen. Die Art und Weise, wie wir diese akute Frage anpackten, würde bestimmt des Problems richtige Lösung bedeuten.

Nicht nur einmal, nein, wiederholte Male im Verlaufe eines langen Jahres erinnerten wir die Herren in Basel an unser hängiges Aufnahmegesuch und ebenso oft wurden wir enttäuscht. Fast musste man sich sagen: "Keine Antwort ist auch eine Antwort!" Da, endlich zu Beginn des vorigen Monats wurden wir von Basel aus aufgefordert, ein Aktivmitgliederverzeichnis sowie ein Exemplar unserer Vereinsstatuten dem Zentralvorstand des SFV zur Verfügung zu stellen und am 30. April 47 erhielten wir den hoch erfreulichen, so lange und heiss ersehnten Bericht, dass die Aufnahme perfekt sei, dass der SC Blustavia als neues Mitglied des Schweiz. Firmensportverbandes herzlich begrüsst und willkommen geheissen werde. Allerdings erfolgte die Aufnahme unter dem Vorbehalt des Einverständnisses der diesjährigen Delegiertenversammlung und der übrigen Regionalverbände. Doch handle es sich dabei mehr um einen formelle Angelegenheit.

Eines unserer höchsten Ziele ist somit nach viel Arbeit, Enttäuschungen, Konferenzen und Korrespondenzen während mehr als einem Jahre glücklich ereicht und mit sofortiger Wirkung ist der SC Blustavia heute den Statuten, Bestimmungen und Vorschriften des SFV unterstellt.

Sportliche Tätigkeiten

Nebst einem regelmässigen Training auf dem Platze des FC Rüttenen, bestritt unsere Mannschaft total 11 Wettspiele, wovon 6 gewonnen wurden; 1 endigte unentschieden und 4 gingen verloren, mit einem Torverhältnis von 45:27 zu unsern Gunsten. Wir dürfen mit dieser Leistung vollauf zufrieden sein in Anbetracht, dass wir es zu Teil mit respektablen Gegnern zu tun hatten. Von den 11 Spielen wurden 7 in Rüttenen, und je eines in Olten, Luterbach, Derendingen und Bern ausgetragen. Der Trainingsbesuch war hauptsächlich zu Beginn zufriedenstellend, liess dann aber nach und nach zu wünschen übrig. Besonders in den Monaten Juli und August happerte es bedenklich in dieser Beziehung. Das geplante Hallentraining durch den Winter hindurch konnte nicht durchgeführt werden, da mit dem besten Willen keine Turnhalle für uns freizubekommen war. So mussten wir denn ob gern oder ungern eine lange Winterpause in Kauf nehmen.

Mitgliederbewegung

Wies unser Aktivmitgliederbestand an unserer letzten GV 21 Aktive auf, so sind es heute deren 25, also eine Zunahme um 4 Mitglieder. Wir dürfen dies einen schönen Erfolg nennen. Heute, da wir dem SFV angehören heisst unsere Parole aber weiterhin: "An der nächsten Generalversammlung 30 Aktive". Wir wollen eine zweite Garnitur, die uns jederzeit für Blutauffrischung in der ersten Mannschaft garantiert. Eintritte waren es im Berichtsjahr total 8, Austritte 4, vowon einer zu den Passiven übergeschrieben und ein anderer aus dem Vereine ausgeschlossen wurde.

Sportplatz

Trotz unermüdlicher Anstrengung und grosser Aufopferung gelang es dem Trüppchen pflichtbewusster Blustavianer nicht, das gesteckte Ziel im Jahre 1946, nämlich die Vollendung der Roh-Planie unseres Platzes, zu erreichen. Es sollte nun endlich auch der letzte von uns einsehen, dass dieses Projekt seit anderhalb Jahren den Mittelpunkt der Geschehnisse im SC Blustavia darstellt. Es ist eines jeden Pflicht und Schuldigkeit dem Vereine und den sich redlich abmühenden Klubkameraden gegenüber, sich wenigstens einmal pro Woche an einem Gruppen-Arbeitsabend zur Verfügung zu stellen. Mit einem guten Willen ist dies jedem Einzelnen von uns absolut möglcih. Es ist sehr bedauerlich, an dieser Stelle erwähnen zu müssen, dass die konstante Gleichgültigkeit vieler Aktiver unserer Vereinskasse einen Ausfall von mindestens 400 Fr. brachte, indem wir der Sport-Toto-Subvention verlustig gingen, weil die Roh-Planie des Platzes auf den 31. Dezember 1946 nicht beendigt war. An Aufforderungen zu intensiver Mitarbeit fehlte es ganz bestimmt nicht. An der Vereinsversammlung vom 5. August 1946 und in einem nachfolgenden Kreisschreiben wurden alle von der Notwendigkeit einer Beendigung der Planie-Arbeiten, der in Aussicht gestellten Toto-Subvention wegen, in Kenntnis gesetzt. Doch alle Bemühungen, besser gesagt alles "Bitten und Beten" stiess vielerorts nur auf unfruchtbaren Boden. Es gab viel wichtigere Dinge als männliche Pflichterfüllung im Verein, als tatkräftige Mitwirkung in einer der bestehenden Arbeitsgruppen. Die andern werden es ja schon schaffen, derweil ich mich von des Tages Strapazen ausruhe!

Zum wiederholten Male ergeht heute der dringliche Aufruf an Euch alle: "Seit Euch bewusst, um was es geht, um die Zukunft, die Ehre und den Aufstieg Eures eigenen Vereins, des SC Blustavia!"

Vereinsversammlungen und Vorstandssitzungen

Im Berichtsjahr fanden 5 ordentliche Vereinsversammlungen statt. Der Besuch war durchwegs erfreulich. Vorstandssitzungen wurden keine einberufen.

Finazielles

Hier möchte ich dem Bericht des Kassiers nicht vorgreifen. Festgestellt sei nur, dass der Vorstand stets bestrebt ist, mit den Vereinsgeldern möglichst haushälterisch umzugehen. Reisekosten, Ausgaben für den Sportplatz und Entschädigungen für die Durchführung des Trainings und der Wettspiele sind unumgänglich und dürften die grössten Ausgabeposten unserer Jahresrechung darstellen.

Unterhaltung und Geselliges

Am 31. August 1946 gelangte im Rest. Touring, im gleichen Rahmen wie im Jahre zuvor eine öffentliche Abendunterhaltung zur Durchführung. Mitwirkende waren Arnold Schneider mit seiner Partnerin, Kunstradfahren und eine Theatergruppe der Juga Olten. Der Zweck dieser Veranstaltung galt nicht der Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit, sondern in erster Linie der Erzielung eines finanziellen Erfolges. Dieser stellte sich in der Folge denn auch prompt ein. Vor vollbesetztem Haus konnte der Anlass bis an einige Kleinigkeiten reibungslos abgewickelt werden. Für die Zukunft ist es ratsam, diese Veranstaltung etwas früher zu starten, da Ende August/Anfangs September bereits frische Abende das Sitzen auf der grossen Freiluftterasse ungemütlich machen.

Zu einem sog. Oktoberfest am 11.10.1946 im Hotel Adler gab der SC Blustavia lediglich seinen Namen hin, damit dem Veranstalter eine Freinachtbewilligung herausschaute. Kosten erwuchsen uns keine. Demgegenüber erhielt unsere Veinskasse aber einen willkommenen, nicht unbeträchtlichen Zuwachs. An dieser Stelle möchte ich im Namen des Vereins dem Initianten Robert Götschi und seinem getreuen Mitarbeiter Urs Stüdeli, die zusammen ein grosses Stück Arbeit leisteten, den besten Dank aussprechen. Solche Momente machen einem wirklich Freude. Sie sind es^, die Kraft und Mut zu neuen Taten verleihen.

Verschiedenes

Der Redaktor unserer Blustavia-Post Urs Stüdeli hat in mustergültiger Weise die 2. Nummer erscheinen lassen. Sie wurde im Monat November 1946 an die Bestimmungsorte versandt. Wie ich vernehmen konnte, wir die Blustavia-Post von unsern Ehemaligen, heutigen "Alt-Herren" stets mit Ungeduld erwartet.

Die Werbung von Passivmitgliedern hat auch im verflossenen Jahre keine Erfolge gezeitigt. Nachdem wir nun dem SFV angehören, sollte in dieser Richtung eher etwas zu erreichen sein.

Zwecks Förderung der Kameradschaft stellten wir vergangenen Sommer einen 2tägigen Ausflug in die Berge in Aussicht. Das unerwartet frühe Eintreten von starkem Schneefall im Alpengebiet machte uns diesen Plan leider zunichte.

Ein ereignisreiches Jahr gehört der Vergangenheit an. Mit grosser Zuversicht halten wir Ausblick auf ein Neues, in dem es ein hohes Ziel zu erreichen gilt.

Kameraden, haltet treu zusammen, kämpft miteinander und füreinander. Ihr macht es zum Wohl des SC Blustavia und zu Freude aller!

Solothurn, den 9. Mai 1947 Hans Leuenberger

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Vereinsversammlungen 1946/1947

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4. Generalversammlung vom 10.5.1947  18.45 Metzgerhalle

Protokoll

Vorsitz: Hans Leuenberger Präsident

Anwesend: lt. Präsenzliste 19 Mitglieder

Entschuldigt haben sich: Rudy Wyss, Nehr Edwin, Amiet Heinz

1. Protokoll

Das Protokoll der letzen GV wird verlesen und unter bester Verdankung an den Aktuar genehmigt.

2. Jahresbericht

In einem umfangreichen und eingehenden Bericht fürht uns der Präsident das verflossene Vereinsjahr noch einmal vor Augen. Mit träfen Worten versteht er es, die Versammlung über die Anlässe und sportlichen Tätigkeiten unseres Vereins eingehend zu berichten. Sein flott abgefasster Jahresbericht wird mit grossem Beifall aufgenommen und einhellg von der GV gutgeheissen.

3. Kassabericht

In einem kurzen Kassabbericht gibt der Kassier Aufschluss über die finanzielle Lage unseres Vereins. Aus diesem ist zur allgemeinen Ueberraschung zu entnehmen, dass die Jahresrechung mit einem Einahmenüberschuss im Betrage von Fr. 521.15  abschliesst.

4, Revisionsbericht

Der von Walter Flury abgefasste Revisionsbericht wird verlesen und genehmigt. Dem Kassier wird für seine gewissenhafte Führung der Kasse der beste Dank ausgesprochen und Decharche erteilt.

5. Wahlen

Erfreulicherweise liegen seitens der Vorstandsmitglieder keine Demission vor. Der Präsident spricht ihnen für ihre Mitarbeit im verganen Verinsjahr den Dank aus und gibt der Freude darüber Ausdruck, dass sich der ganze Vorstand für ein weiters Jahr zur Verfügung stellt. Das Wahlgeschäft findet somit eine rasche Erledigung. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen.

Präsiden: Hans Leuenberger - Vize-Präsident: Ruedy Wyss - Aktuar: Edy Amiet - Sekretär: Hans Glanzmann - Kassier: Hans Oberer - Trainer: Ubald Flury - Materialverwalter: Walter Flury - Präsident der Spielkommission - Robert Götschi - Beisitzer - Willy Zimmermann

Spielkommission: Präsident: Robert Götschi - Mitglied: Ubald Flury und Toni Zarro

Rechnungsrevisoren: Walte Flury und Robert Lüthy

6. Mutationen

Im verganen Vereinsjahr sind folgende Mutationen zu verzeichnen:

Eintritte: Biquet Walter - Bitterli Franz - Meroni Marcel - Lüthy Robert - Nehr Edwin - Maienfisch Bruno - Bohnenblust Eduard - Häni Kurt

Austritte: Hofer Ernst - Bitterli Franz - Biquet Walter (gestrichen)

Uebertritt von Aktiv zu Passiv: Uebelhart Rolf

7. Festsetzung des Jahresbeitrages

Da kein Gegenantrag für die Erhöhung des Jahresbeitrages vorliegt, wird, trotz der eingetretenen Teuerung, einstimmig beschlossen, den Jahresbeitrag mit Fr. 12.-- beizubehalten.

8. Statutenrevision

Es wurden keine Abänderungsvorschläge eingereicht. Der Vorsitzende teil zur Orientierung mit, dass die neu ausgearbeiteten Statuten in aller nächster Zeit jedem Mitglied zugestellt werden.

9. Vorschau, Saison 1947

Der Präsident orientiert die Versammlung kurz über das Taätigkeitsprogramm der kommenden Saison. Aus seinen Ausführungen sind folgende wichtige Punkte zu entnehmen: Wie letztes Jahr soll nach Möglichkeit alle 14 Tage ein Fussballspiel ausgetragen werden. Ebenfalls wird die Teilnahme am Schwiez. Firmensporttag in Zürich ins Auge gefasst, sofern bis zu diesem Datum unser Vein in den SFV aufgenommen wird.

Das Training wird wie bisher auf jeden Dienstagaben festgesetzt. Da unser Trianingsplatz jedohc noch nicht fertig erstellt ist, soll für ein geeignetes Terrain Umschau gehalten werden. Der Trainingsplatz wird später den Mitgliedern bekannt gegeben.

Im weitern soll auch der zur Tradition geworden Blustavia Unterhaltungsabend im Herbst wiederum durchgeführt werden.

10. Verschiedenes

In einem Schreiben teilt und der Postsportverein mit, dass er bereit sei, uns sein Fussballplatz "Unterfeld" zur Austragung von Freundschaftsspielen zur Verfügung zu stellen. Die von ihm gestellte Entschädigung beträgt Fr. 10.-- pro Spiel.

In diesem Zusammenhang richtet der Vorsitzende an die Mitglieder erneut die Aufforderung, es sei unser Trainingsplatz in der Sperisen-Grube St. Niklaus unbedingt diesen Sommer fertig zu erstellen, weshalb die Arbeiten unverzüglich wie gewoht jeden Donnerstag und Freitag wieder aufzunehmen sind, damit unser Verein endlich einen geeigneten Trainingsplatz als Eigen nennen darf.

Für die Anschaffung einer Sanitätskiste im Betrage von Fr. 45.-- wird einstimmig zugestimmt.

Schluss der GV 20.00 Uhr

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