Zur Information: Alle Links führen zum gleichen Fotoalbum mit allen Scans der Originaldokumente (ausser der History-Link)

 

In dieser Saison sind keine Dokumente von Vereinsversammlung und Generalversammlung vorhanden. Da im sportlichen Bereich viel dokumentiert ist, müssen wir uns auf diese beziehen. Die Spiele findet man wie immer in der Sport-History.

 

Leider ist bis jetzt kein Jahresbericht von der Saison 49/50 aufgetaucht. Deshalb müssen wir uns wieder mit den anderen Dingen behelfen.

Ende der Saison 1950 wurde beschlossen, dass man dem Firmensportverband den Rücken kehrt, um neu dem Schweizerischen Fussballverband beizutreten. Hier die Zeichnung dazu.

Da man erst im Sommer wieder in der Meisterschaft mitspielen konnte, nützten die Mitglieder dies zu einem Ausflug nach Paris und einem Freundschaftsspiel gegen die U.S. Métro. Mehr als den Fussball liebten unsere Pioniere aber anhand der Aufzeichnungen den Ausgang. Die schöne nackte Frau war übrigens im Vergiss-Mein-Nicht Album unter einem Bericht versteckt.

Reise vom 22.03.1951 - 26.03.1951 Bericht im Telegrammstil:

Abfahrt in Solothurn: 22. März 1951 kurz nach 18.00 Uhr. Ankunft in Basel: 20.30 Uhr. -Stop- Zug nach Paris fährt nicht, Streik! - Stop- Er fährt doch? Warten, Tee-Trinken. -Stop- Grenzübertritt. Zugbesteigung. Können nicht fahren, da keine Loki. Wenn wir fahren wollen, dann ev. höchsten bis Mplhausen. -Stop- Immer noch keine Loki. Im Coupé grosser Witz-Erzählet aus der untern Schublade. -Stop- Mitternacht längst vorbei! 2.00 Uhr: Noch immer keine Loki. -Stop- Fakutative Verpflegung; vorzüglicher Bier-Nachschub durch Redtli (Willy Zimmermann). Schlafgelegenheit im Abteil (Gepäck-Netz, Bänke und Boden). -Stop- 3.00 Uhr, - Zug fährt immer noch nicht. Wir befinden uns noch in Basel. -Stop- 3.40 Uhr: Loki eingetroffen. Zug fährt! - Wie weit wohl? -Stop- Ankunft in Paris: Karfreitag ca. 11.30 Uhr. - Stop- Ein Mitglied des U.S. Metro (Untergrundbahn), nicht zu verwechseln mit Mitglied der Unterwelt, erwartet uns am Gare de l'Est. - Stop-

Bezug der Zimmer. Ohne Bad, dafür mit Lavabo (auf gut deutsch: Waschbecken), darf nicht als WC benützt werden; stimmt's Redtli? - Stop- Billige Bananen, das Kilo Fr. 1.--. Romeo's Hauptmahlzeit = Bananen. -Stop- Es bilden sich verschiedene Gruppen zur Besichtigung von Sehenswürdigkeiten: Musé, Arc de Triophe, Eiffelturm, Madeleine, Opéra, Louvre, Sacre Coeur, Notre Dame, Palais de Chaillot usw. -Stop- Samstag Gross-Match: Blustavia, Schweiz gegen Unterwelt Paris (U.S.Métro). Das Stadion ist bereits 3 Wochen im voraus ausverkauft. -Stop- Bei der Besichtigung des Stadions werden eben gerade noch Not-Tribünen errichtet. Es wird mit einer Maximal-Zuschauerzahl gerechnet. Und wirklich, letzter Platz besetzt. -Stop- Ob der enormen Zuschauermenge sind die Schweizer-Spieler etwas nervös. Bereits die ersten paar Minuten bringen ihnen zwar 100%ige Chancen. Doch wird alles vermasselt. Bald ändert sich aber das Bild. Die etwas rauhe Pariserluft wirkt sich auf die Schweizer-Lungen nachteilig aus. Die Métro schiesst unter gewaltigem Applaus das Führungstor. Weitere folgen, sodass das Schlussresultat von 6:2 für die besseren Franzosen als gerecht bezeichnet werden muss. Die Schweizer-Tore erzielen Otti und Boldi (dank seinem immer noch leicht vergoldeten Schuh-Spitz). -Stop-

Am Abend grosser Empfang im Sport-Palais, wo bei herrlichem Chämpis jedem Schweizer-Spieler nebst einem originellen Souvenir die Métro-Klubnadel an den Kittelkragen geheftet wird. -Stop- Die Presse-Photographen umlauern den Anlass, um wenn möglich da und dort von einem Schwizer-Star ein Bild zu ergatter. Es gelingt ihnen denn verschiedentlich auch. Bereits am andern Morgen sind sämtliche Blustavianer im "Paris-Soir" abgebildet. -Stop- Am Abend zuvor, dies sei ergänzend noch nachgeholt, waren die Schweizer ins Folies Bergére eingelnden, wo die Star-Namen: Dandy, Colette Fleuriot, Frédéric Rey, Yvonne Ménard, Veronica Bell und Lyne de Souza zu eigentlichen, unvergesslichen Begriffen wurden. -Stop- Abwechslungseise Besichtigung des Nachlebens (Nicht zu verwechseln mit Nackt-Leben) am Place Pigalle im Montmartre. In den Cabarets wird literweise Chämpis gemämmelt. Es gab da oftmals grosse Augen und lange Gesichter, nicht nur der schier nackten Tänzerinnen und Haremsdamen wegen, sondern vielmehr beim Anblick der von netten Garçons präsentierten Rechnungen. Die zwei verheirateten Röbinen sind doch noch auf ihre Rechnung gekommen. Die blutten Variété-Girls haben ihnen zwar nicht recht behagt. Deshalb verliessen sie das Lokal vorzeitig, um anderswo etwas "Besseres" zu sehen. -Stop- Unsere Knaben wurden von den Pariser-Damen öffentlich hart angegangen: "Viens, Venez, 1000 Ffr., ce n'est pas trop chére, - Exhibitation, usw." - Walo "Walti Ammeter) versteht die 1000 Ffr statt nur allein für kurze "amour", auf die Vergnügen einer ganzen, langen Nacht zu erstrecken. Doch sie will für lumpige Mille nie und nimmer "pour tout la vie" bei ihm sein. -Stop- Der GUZZI (Oberer) surrt in Paris nicht; er hat sich diesmal den falschen Finger verbunden. (Man muss eben, wenn man nach Paris geht, keine Schwiezer-Weibleins mitschleifen). -Stop-

Einige lassen es sich beim Essen etwas kosten, andere trinken, um das Essen nur zu kosten. - Stop- Der Erika von Günsberg hat der "Schang vom Elysé" am besten gefallen. Der Tschutt (Rö Lüthy) hat "zu zweit allein" stets Hausarrest. -Stop- Nachts melden sich heimliche Besucher bei Boldi und Gö-Röbi. Kleine, schwarze, ulkige und stichfreudige Gesellen. Röbi zühlt 10, wogegen Boldi mit 86 Stichen aufwarten kann. In diesem Derby bleibt also Boldi Sieger und zwar unumstritten. -Stop- Es gibt aber noch andere Derby. Nämlich die Hotelrechnung, welche 5 Minuten vor Zugsabfahrt noch nicht bezahlt ist. Das Duett "Redtli und Fritz" singen vor dem Hotel auf dem Trottoir laut und vergnügt: "Wer kann das bezahlen, wer hat so viel Geld!" Helfende Seelen greifen ein und reiben vorschussweise den Mammon. -Stop- Der Fritzli Liechti fotografierte den Eiffelturm auf ganz besondere Art. Er lag nämlich auf den Rücken und knipste das Wunderwerk aus der Froschperspektive. Sowas hat Paris noch nie erlebt. Auch nicht, dass jemand für den Taxi vom Eiffelturm bis zum Gare de l'Est 750 Ffr zahlte, gäll Fritz und Redtli! - Stop- Noch besser het's der Boldi gemacht. Zwei ganze Filme wundervoller Aufnahmen darf er sein Eigen nennen. Sie können bei ihm sehr billig bezogen werden. Damit man aber etwas sieht, sind sie in ein Spezial-Fixierbad zu legen. (Und dann sieht man erst recht nichts!). -Stop-

Den Kuro interessierte das unkultivierte Leben im Montmartre droben nicht. Dafür jagte er nach Sehenswürdigkeiten und verzichtete sogar, um möglichst alles zu erhaschen, auf die Mittag-Verpflegungen. Noch müder und abgeschlagener als die Visiteurs vom Montmartre, kehrte er jeweils abends von seinem Hetz-Grand-Prix de Paris heim. Allemann's Hans hat Kuro's Durchschnitts-Tempo nicht lange ausgehalten und ist bald aus der Kopfgruppe zurückgefallen, um dann allein und unbeobachtet seinen vor Jahren entdeckten netten Oertchen ein Besüchlein abzustatten. -Stop- Das Magnet des Gare de l'Est zog uns um die elfte Mittagsstunde des Ostermontags an und stillvergnügt, mit Erlebnissen vollgepfropft verliess die schweizerische Reisegesellschaft wieder die französische Métropole, um in südöstlicher Richtung einem stärkeren Pol zu folgen, unserer Heimat, dem lieben, schönen Schweizerland. -Stop-

                

 

              

Originale im Vergiss-Mein-Nicht Album "Chronik 1947 - 1956"

 

Im Frühjahr 1951 wurde in keinem Verband mitgespielt, ab Sommer spielte man neu in der 4. Liga des Schweiz. Fussballverbandes, deshalb der Link nochmals auf die Saison 1950

Ranglisten, Resultate, Matchberichte, Aufstellungen, Torschützenliste, Zeitungsartikel usw.

 

Vereinsversammlungen 1950/51 (Keine Dokumente vorhanden)

 

Von der 8. Generalversammlung sind bis jetzt keine Dokumente aufgetaucht, uns ist nicht einmal da Datum bekannt.