
Eine Saison ohne grosse Aktivitäten. Im sportlichen Bereich wurden die Aufstiegsspiele in die 2. Liga erreicht. Leider liegt kein Spiko-Bericht vor, dafür aber einige Matchberichte. Deshalb können wir nur wenig aus dieser Saison berichten. |
Jahresbericht Saison 60/61 Ein bewegtes, arbeitsreiches Vereinsjahr hat seine würdigen Abschluss gefunden. Wer sich an meinen letzten Jahresbericht zu erinnern vermag, weiss, dass der Misserfolg unserer 1. Mannschaft um den Gruppensieger mit der grossen Hoffnung überbrückt wurde, es in der neuen Saison doppelt gut zu machen. Ach auch dieses Jahr war uns die Glücksgöttin nicht hold, obschon wir bis in die Finalspiele vordringen konnten. Ich möchte hier aber keine Worte verlieren, darüber wird sie sicher unser Spiko-Präsident orientieren. Ich will dieses Mal meinen Jahresbericht nicht zu einer chronologischen Aufzählung der Ereignisse im verflossenen Jahr gestalten, sondern ihm die Form einer kleinen Ansprache an die Adresse der Aktivspieler geben. Da ich hier als Präsident ausnahmsweise das grosse Wort führen darf, nehme ich mir auch die Freiheit, es einmal anders zu machen. Wenn auch da und dort die nachfolgenden Worte nicht auf Gegenliebe stossen werden, so dürften doch diese Zeilen zum Nachdenken Anlass geben. Ein Aktivsportler sagte mir einmal, der Name spielt hier keine Rolle: Blustavia ist die technisch- und spielerisch beste 3. Liga Mannschaft in unserer Region. Ich musste ihm zustimmen, aber... und hier möchte ich eigentlich mit dem Sinn und Zweck meiner Ausführungen beginnen. Viele unter Euch weisen sich über einen erfreulichen Stand an technischen, taktischen und konditionellen Fähigkeiten aus. Doch einer grossen Zahl ist der Sinn für Gemeinschaft, Disziplin und persönlichen Einsatz immer noch ein unerkanntes Phänomen geblieben. Alles persönliche Können wird aber nur dann die ersehnten Früchte Tragen, wenn sich jeder Einzelne einer Allgemeinkonzeption unterordnet. Ich habe schon in meinem letzten Jahresbericht dieses heikle Theam angeschnitten, aber Euer Begriff für Gemeinschaftssinn hat sich im Verlaufe des Vereinsjahres kaum wesentlich gewandelt. Ob das wohl mit dem ausgeprägten Individualismus und dem rein demokratischen Denken der Blustavianer allgemein zusammenhängt? Kleine Lichtblicke haben eindeutig bewiesen, dass bei gutem Willen die nötigen Voraussetzungen für Teamarbeit vorhanden sind. Fussball ist ein Mannschaftsspiel, das nur auf dem Boden eines selbstlosen Zusammenwirkens aller beteiligter Akteure gedeihen kann. Als eindrückliches Beispiel kann hier die Klassemannschaft von Real Madrid angeführt werden, wo trotz glänzender Individualisten das gepflegte Mannschaftsspiel die Voraussetzungen zu den einzigartigen Erfolgen schafft. Wie vom Winde verweht scheinen zeitweise alle Eure guten Vorsätze vor dem Match. Gewiss, es gibt nach wie vor eine ganze Anzahl prächtiger und vorbildlicher Menschen und Sportler im Kreise der Aktiven. Leider sind aber der Trotzköpfe und oppositionellen Elemente noch zu viele. Alle Bemühungen, aus den talentierten Einzelspielern eine Einheit, eine Mannschaft zu bilden, scheitern in der Regel an diesen Autokraten. Vielfach sind es auch angeborene charakterliche Veranlagungen oder unangebrachte Beeinflussungen von Drittpersonen, die ein Fortschritt verunmöglichen. Ich bin aber nach wie vor der Auffassung, dass mit gutem Willen diese negativen Erscheinungen nach und nach gänzlich verschwinden würden. Blustavianer, es liegt an Euch mitzuhelfen. Weist inskünftig jene unerwünschten Elemente selbst in ihre Schranken zurück und bestätigt damit Eure saubere und gereifte Lebensauffassung. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dass unter diesen Voraussetzungen eine neue, von Erfolg gekrönte Aera des guten Willens zur Tatsache werde. Ein weiterer Faktor, dem man seine ganze Aufmerksamkeit schenken sollte, bildet das Training und deren unerwünschen Begleiterscheinungen. Das Training wird vielfach nur dann besucht, wenn am nachfolgenden Sonntag ein Wettspiel angesetzt ist, oder wenn das Wetter nicht allzu unfreundlich ist. Einzelne Spieler erscheinen immer zu spät, mit der Absicht, Lauf- und Gymnastikübungen umgehen zu können. Der Wille, den eigenen Leistungsaufbau durch persönlichen Einsatz zu fördern, ist nur gering. Persönliche Abneigungen kommen meistens schon hier detulich zum Ausdruck. An den Teamsitzungen und taktischen Besprechungen ist man desinteressiert und gibt Fernsehsendungen und andern zweingen Erledigungen den Vorzug. Die Belehrungen von Trainer und Spiko sind in der Regel nur an die Adresse der andern Spieler gerichtet, so dass ein Dialog mit seinem Busenfreund oder ein kleines Nickerchen nichts schadet. Nach der Stizung wird die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung nach Strich und Faden zersaust und geschworen, am Sonntag nur anzutreten, wenn an Stelle von X der persönliche Kumpel eingesetzt wird. Zum Wettspiel tritt man in der Regel mit Obstruktion und ohne jeglichen Willen und Einsatz an, umsomehr gewisse zarte Fäden mit dem schwachen Geschlecht bis in die Morgenstunden gesponnen wurden. Ist man Ersatz, so wird dieser unverständlicher Irrtum des Trainers oder der Spiko mit Nichtantreten quittiert. Auf dem Spielfeld selbst werden alle guten Lehren und Ermahnungen in den Wind geschlagen. Einmal mehr ist der Schiedsrichter Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit und wird mit dem ganzen Vokabolarium von Wesen aus der Zoologie bedacht. Das Mundwerk käuft wie geschmiert, weshalb sogar die mit markanten Titeln ausgezeichneten Mitspieler und Zuschauer ob diesem Wortschatz höchst erstaunt sind. Apropos Zuschauer, natürlich müssen diese Nichtwisser an der Outlinie belehrt werden, so dass das neckische Frage- und Antwortspiel nun allgemeinen Charakter annimmt und man sich zeitweise an einer Gipfelkonferenz von Fussballkapazitäten wähnt. In Gedanken ist man überall nur nicht auf dem Spielfeld. Eindrücklich wird allen Anwesenden demonstriert wie man sich mit dem Nebenmann versteht oder meistens nicht. Leber mit Vehemenz ins Seitennetz knallen, als mit einem inteligenten Pass den besser Paltzierten eine Goalchance bieten. Eigennutz und Selbstherrlichkeit feiern wahre Triumphe und Tore, die nicht selbst geschossen werden, sind bekanntlich unpopulär. In der Pause sind die Weisungen des Trainers nur für den andern da, da man sich zu Höherem berufen fühlt. Umänderungen in der Mannschaftsaufstellung werden als Bieridee abgetan, insofern sie nicht in die eigene Konzeption passen. Am Schluss des Spieles ist man vom eigenen Können direkt begeistert und fühlt sich über die andern erhaben. So ungefähr sieht das Bild aus, das auf der Habenseite Eurer sportlichen Bilanz steht. Viele von Euch sind in diesem Sündenregister aufgeführt und ich hoffe, dass sich jeder diesen Jahresbericht, der ungewollt zu einer Moralpredigt geworden ist, zu Herzen nimmt. Ob nicht eine aufrichtige Wandlung möglich wäre? Ich bin sogar überzeugt davon. Bei objektiver Beurteilung muss sich gewiss jeder sagen, dass bei gutem Willen der in Mitleidenschaft gezogene Kameradschaftssinn eine wahre Auferstehung feiern würde. Damit wäre aber auch unserem neuen Trainer Walter Bessire die Möglichkeit geboten, für die zukünftige Weiterentwicklung eine glänzende Prognose zu stellen, umso mehr als die zweifelhaften Errungenschaften des modernen, materialistischen Fussballs in Euren Reihen noch nicht Eingang gefunden haben. Bevor ich meinen soi-disant Jahresbericht beende, möchte ich es nicht unterlassen, allen meinen Kameraden im Vorstand, unserem lieben Platzwartehepaar, sowie Euch allen zu danken für Eure Mitarbeit und Euren Einsatz. Möge das Vereinsjahr 1961/62 uns Glück und Erfolg bringen. Der Präsident: Walter Ammeter |
Sport-History von allen Mannschaften 1961/1962
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Folgende Dokumente sind im Fotoalbum: Jahresbericht des Präsidenten Vereinsversammlungen 1960/61 Vorstandssitzungen 1960/61
Mitgliederverzeichnis 31.7.1961
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18. Generalversammlung vom 19. August 1961 im Rest. Baseltor Vorsitz: Walter Ammeter, Präsident Anwesend: 35 Mitglieder Traktandum 1 Das Protokoll der letzten GV vom 3.8.60 wird verlesen und von der Versammlung genemigt. Traktandum 2 Einmal mehr erläutert der Präsident in seinem Bericht, dass Fortuna dem SCB wiederum nicht hold war, sodass nun mit doppeltem Einsatz an die gestellten Anforderungen gegangen werden muss, um das in reiweite gestellte Ziel endlich zu erreichen. Es liegt an jedem einzelnen Blustavianer tüchtig mitzuhelfen und jene unerwünschte Elemente selbst fest in der Zange zu halten und zu leiten. Auch sollte ganze Aufmerksamkeit auf das Training geschenkt werden, das nur dann besucht wird, wenn am folgenden Sonntag ein Wettspiel stattfindet. An Teamsitzungen mit taktischen Besprechungen sei man desinteressiert und gebe Fernsehsendungen den Vorrang. Ebenfalls bei Mannschaftsaufstellungen wird in aller Form alles durcheinandergewürfelt, sodass sich der Laie fragt, hat all das noch einen Sinn, sich mit solchen Problemen zu befassen. Auf dem Spielfeld geht es noch rasanter zu, da wird ein jeder Spieler zu einem grossen Redner, selbst ob er will oder nicht, er wird in den grossen Soog mithineingezogen, wovon er sich bis zum Schluss des Spieles nicht mehr befreien kann. Zum Schluss seines Jahreberichtes gibt der Präsident der Hoffnung Ausdruck, dass das neue Vereinsjahr viel Glück und Segen bringen wird und dankt allen Mitglieder und dem gesamten Vorstand üfr Ihre Mitarbeit recht herzlich. Ubald Flury verdankt den Jahresbericht des Präsidenten recht herzlich und wird durch die Versammlung genemigt. Zu neuen Mitgliedern werden Hans Reinhard, René Fasnacht, Ernst Baumann und Hans Jehle aufgenommen die von der Versammlung genehmigt wurden. Jahresbericht des Spiko-Präsidenten Franz Bargetzi: Die grosse Chance ist wiederum einmal mehr dahin, und unsere Mannschaften werden wiederum in der 3. bez. 4. Liga weiterkämpfen müssen. Den Hauptgrund zu suchen ist leicht, denn ein mangelhaftes Interesse verschiedener Blustavianer lassen es aufkommen, dass für die 1. und 2. Mannschaft zu viele Spieler eingesetzt werden mussten, sodass der Kern der Manschaft ständig immer wieder auseinander gerissen wurde. Der Präsident dankt Franz Bargetzi für seinen flott verlesenen Jahresbericht und ehrt Ihn mit einem Blumenstrauss. Traktandum 3 Die Rechnung unserer Vereinskasse stellt sich wie folgt: Einnahmen Total: Fr. 8761.15 Total Ausgaben: 7975.75 ergibt einen Ueberschuss von Fr. 785.40 Vereinsvermögen am 31.7.61 Fr. 933.36 Präsident Walter Ammeter verdankt die grosse Arbeit unseres Kameraden und Kassiers Otto Bläsi bestens. Der Revisorenbericht zeigt keine Mängel und wird von der Versammlung einstimmt genemigt. Traktandum 4 Demissionen liegen von Franz Bargetzi, Willy Mollet und Hansruedi Pfister vor. Als neuer Spiko-Präsident wird Hans Reinhard von der Versammlung gewählt, der genannte dankt recht herzlich, hofft auf flotte Kameradschaft eines jeden einzelnen, dann stehe nichts mehr im Wege, sodass man getreu an die gestellten Anforderungen heran gehen kann. Ein jeder sei sich bewusst, was er seinem Verein schuldig ist, darum mit Leib und Seele mitmache, erst dann sei der Zweck eines jeden Blustavianers erfüllt. Der neue Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: Präsident: Walter Ammeter - Vizepräsident: Urs Rieder- 1. Kassier: Otto Bläsi - 2. Kassier: Marcel Meroni - Aktuar: Max Ingold - Sekretär: Ubald Flury - Spikopräsident: Hans Reinhard - Sekretär: Franz Bargetzi - Platzkommissionspräsident: Hans Leuenberger - Presse und Propaganda: Hans Fasnacht - Materialverwalter: Max Elser - Platzwart: E. Hanggi - Beistizter: Edy Amiet und Albin Strähl - Trainer: Vakant, teilweise durch Walter Bessire Funktionäre der Platzkommission: H. Leuenberger, H. Hänggi, M. Elser, A. Lüthy, W. Däppen Funktionäre der Presse: H. Fasnacht, H. Wolf, Binz Revisoren: H. Jehle, T. Binz, R. Götschi Platzkassiere: H. Ingold, R. Tompson, A. Lüthy Passivwesen: H. Leuenberger, H. Oberer Traktandum 5 Mitgliederbeiträge: A-Mitglieder: Fr. 25.-- B-Mitglieder Fr. 15.-- Traktandum 6 Budget: Einahmen Fr. 5470.--, Ausgaben 5605.--, Ausgabenüberschuss Fr. 135.--. Das Budget wird von der Versammlung durch Handerheben genemigt. Traktandum 7 Anträge liegen keine vor. Traktandum 8 Unter dem Tätigkeitsprogramm finden wir unser Tschutti-Turnier, den zur Tradition gewordenen Bänzenjass, ein Unterhaltungsabend ist vorgesehen, ebenfalls ein Vereins-Soirée. Unter diesem Traktandum gibt Franz Bargetzi noch einige hinweise auf den Besuch des Trainings, dass man doch Kameraden sein soll, auch wenn es manchmal nicht auf dem Gebiet des Sports ist, unterzieht euch der Spiko, denn es kann nur zu eurem Vorteil sein. Ebenfalls dass Verhalten auf dem Sportplatz lässt manchmal zu wünschen übrig. Nur wenn man zäh zusammen hält, stellen sich die sporlichen Erfolge ein. Kameradschaft kommt vor der Rangstellung. All dass sind die Auswirkungen die einem so trübe sind und schlaflose Nächte bringen. Traktandum 9 Unter Verschiedenem wurde an einer Auslosung zur Rückerstattung von Fr. 50.-- als Anteil der Finanzierung des Rasenmäher ausgelost: H. Oberer, O. Bläsi, A. Reize, F. Bargetzi, W. Ammeter. Die beiden letztgenannten verzichten auf die Fr. 50.-- und stiften für den SCB je einen Ball. Den Betrag von Fr. 25.-- infolge Vermählung erhielten die Mitglieder Kurt Hänni, Rolf Ingold sowie Silvio Sispele. Austritte aus dem SCB haben Endre Krdöschi, Anton Morand und Willi Gähwiler getätigt. Der Präsident würdigte noch das Ausscheiden unseres Trainer Willy Mollet und wird mit einem Blumenstrauss geehrt. Der genannte erläutert in kurzen Worten über das verflossene Vereinsjahr, dass nicht nur die Kondition massgebend ist, sondern vorallem die Kameradschaft, ein zusammenhalten von Mann zu Mann sei immer noch das Beste gewesen auf den Spielfelder. Der Präsident verdankt auch die Worte des letzgenannten und schliesst um 22.30 Uhr die foltt und reibungslos verlaufene 18. GV. Solothurn im August Der Sekretär: Max Ingold |