Von dieser Saison ist der Jahresbericht des Präsidenten vorhanden, sowie ein GV Bericht aus dem Journal.. Zum erstenmal kam ein Journal über den SC Blustavia auf den Markt. Initiant war Bruno Kocher, der immer über das Clubleben des SC Blustavia schrieb. Original-Scans sind in der Geschichte unter den Cluborganen. Durch diese Journale sind wieder mehr Informationen für unsere Geschichte vorhanden. In diesem Jahr wechselte auch der Präsident. Walter Ammerter übergab sein Amt am 29.08.69 an Urs Schreiber.

 

Jahresbericht des Präsidenten Saison 68/69

Es ist zur Tradition geworden, dass der Präsident euch anlässlich der GV Rechenschaft über die Tätigkeit des Vereins und des Vorstandes während des verflossenen Jahres ablegt, verbunden mit einem Situationsbericht. Als guter Kapitän des Vereinsschiffes gibt er auch an, welcher Weg eingeschlagen werden soll.

Nun, wenn ich ein wenig in den Jahresberichter der vergangenen Vereinsjahre blättere, so stelle isch etwas bestürzt fest, dass ich mehr oder weniger Jahr für Jahr an den guten Willen sämtlicher Mitglieder, sowie an den höchsten Grundsatz eines Sportclubs, die Kameradschaft appelliertte. Dieses Mal habe ich nun das Vergnügen, behaupten zu dürfen, dass im vergangenen Jahr meine ermahnenden Worte auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Der einst so legendäre Ruf eines guten Geistes und einer guten Kameradschaft im SC Blustavia erlebte eine Renaissance. Der Auslandausflug einer gemischten Mannschaft zu unseren Sportfreunden nach Ruwer, der allen Beteiligten als schönes Erlebnis in bester Erinnerung bleiben wird, das unvergesslichen Winterweekend in Adelboden und die gemeinsamen Imbisse nach hartem Training, dürften dafür den besten Beweis geliefert haben. Unser Verein hat sich wieder zu einer Gemeinschaft von Kameraden gefunden.

Es ist vor allem ein grosses Verdienst unseres Trainers Livio Bernasconi, dem es gelungen ist, aus vielen Individualisten eine Einheit, eine Mannschaft zusammen zu schweissen. Es war uns zu Beginn der neuen Saison jedoch klar, dass mit einer Mannschaft, die einige neue Spieler enthielt, der grosse Wurf, Aufstieg in die 2. Liga auf Anhieb nicht gelingen konnte. Es gilt nun, aus den begangenen Fehlern der vergangenen Saison zu lernen und der begonnene Wiederaufbau weiter voran zu treiben. Mit unsrem jetzigen Spielermaterial und der jetzt herrschenden guten Moral, sollte es möglich sein, sich in der eingeteilten Gruppe den nötigen Respekt zu verschaffen. Dazu braucht es jedoch den guten Willen und den letzten Einsatz sämtlicher Aktiven der Fanionelf und die Anordnungen des Trainer müssen strikte eingehalten werden. Nur eine eiserne Disziplin führt zum Erfolg.

Die zweite Mannschaft hat wohl nicht ganz das gehalten, was wir uns anfänglich von ihr versprachen. War die Meisterschaft-Vorrunde von vielen Misserfolgen gekennzeichnet, wobei das beim Fussballsport notwendige Glück gänzlich fehlte, so schauten schlussendlich in der Rückrunde doch noch einige Punkte heraus, wodurch dann noch knapp der Anschluss an das Mittelfeld der betreffenden 4. Liga Gruppe gefunden werden konnte. Das etwas negative Leistungsergebnis unserer 2. Garnitur dürfte vor allem auf die vielen Manschafts-Anderungen und Umstellungen zurückzuführen sein, die sich infolge Abwesenheit mehrerer Standardspieler, sei es durch Beanspruchung unseres Trainers in die 1. Mannschaft, oder anderweitigen Verpflichtungen, als sehr nachteilig auswirkten. Nun, nachdem der Spielführer der 2. Mannschaft, Bruno Kocher den ersten Schritt zum Trainerdiplom unternommen und erfolgreich abgeschlossen hat, wozu ich ihm im Namen des SC Blustavia herzlich gratuliere, dürfte es auch mit der Reserveelf aufwärts gehen. Ich möchte nicht verfehlen, auch unvergesslichen Stunden, die wir an der Fahrt ins Grüne, der Jurawanderung, an der ich leider nicht teilnehmen konnte, und schlussendlich des Kegelabends in Unterramsern erleben durften. Solch gut organisierte Anlässe helfen mit, die Kameradschaft zu fördern.

Und nun zum Vereinsgeschehen. Im Berichtsjahr versammelten sich die Vorstandsmitglieder 8 Mal zu einer Sitzung, um die laufenden Geschäfte zu erledigen und die Vereismitglieder wurden zu 2 Versammlungen einberufen. An der ordentlichen DV des Soloth. Kantonal-Fussballverbandes wurde unser Sportclub durch Franz Bargetzi vertreten. An der ausserordentlichen Sitzung wegen Schiedsrichtermangel im Hotel Metropol in Solothurn nahmen der Spiko-Präsident und meine Wenigkeit teil. Und zum Schluss sei noch die Instuktionstagung für Vereinsfunktionäre in Wangen a/A aufgeführt, an welcher unser Verein durch Abwesenheit glänzte. Der Beauftrage Delegierte konnte krnakheitshalber nicht teilnehmen und kurzfristig wurde kein Ersatz gefunden.

Der traditionelle Bänzenjass wurde anfangs Dezember im Restaurant zum Gurtenbräu durchgeführt. Als gewiegter Organisatior dieses Anlasses amtete wiederum Hans Leuenberger.

Ueber das vom 1. - 6. Juli durchgeführte Tschutti-Tunier, dem übrigens ein voller Erfolg beschieden war, möchte ich einmal einige Worte verlieren. Hat sich jedes Mitglied, ich betone ausdrücklich, jedes Mitglied schon einmal darüber Gedanken gemacht, welch ungeheuren Arbeitsaufwand es kostet, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wie es bei unserem Turnier Jahr für Jahr der Fall ist. Könnt ihr euch vorstellen, wieviele Arbeitsstunden es nur braucht, unseren Platz so herzurichten, um ein Turnier überhaupt durchführen zu können? Wisst ihr, was es heisst, aus nahezu 100 Anmeldungen ein Turnier so zu organisieren, dass es im entscheidenden Moment auf die Minute, ja wenn nicht gar auf die Sekunde ganau klappt? Nein, der grösste Teil von euch weiss es nicht oder hat sich überhaupt noch nie Gedanken darüber gemacht. Für ihn war es eine Selbstverständlichkeit, dass unser Turnier reibungslos funtionierte. Aber ein Bargetzi Franz, ein Leuenberger Hans, ein Bernasconi Livio, ein Kocher Bruno, ein Peduzzi Toni und ander mehr sind gerne bereit, euch darüber ausführlich Auskunft zu geben. Ihr findet es vielleicht auch ganz normal, dass Toni Peduzzi, eine Perle von Platzwart, fast die ganze Woche, Abend für Abend und zudem noch am Sonntagmorgen und vielfach noch am Sonntag-Nachmittag auf unserem Platz und im Klubhaus seine Arbeit verrichtet. Ihr werdet vielleicht sagen, er ist ja dafür bezahlt. Das stimmt, aber es ist in meinen Augen doch ein ungeheures Opfer, wenn man ausserdem noch eine Familie besitzt, auf seine Freizeit, die im Prinzip jeder nötig hat, zu verzichten. Also bitte, liebe Kameraden, wenn es einmal darum geht, dem Toni bei irgend einer Arbeit zu helfen, so denkt an meine Worte. Dir, mein lieber Toni, danke ich im Namen meiner Kameraden im Vorstand für Deine uneigenützige Aufopferung, stete Hilfsbereitschat und gewissenhafte Arbeit.

Nach 8-jähriger Amtszeit, wo ich als Vereinsoberhaupt das grosse Wort führen durfte, ist nun der Moment gekommen, das Präsidium einem jüngeren, Euch nicht unbekannten Vereinsmitglied und Aktivspieler abzutreten. Wenn ich diese 8 Jahre Revue passieren lasse, erlebe ich noch einmal die vilen schönen aber manchmal auch unerfreulichen Stunden. Wenn ich zumindest einen Teil der mir übertragenen Aufgaben erfüllen konnte, so doch deshalb, und ich anerkenne es gern, weil der SC Blustavia und vor allem die anderen Vorstandsmitglieder mir das nötige Vertrauen entgegen brachten. Man dient einem Fussballverein, indem man versucht die Disziplin und vor allem die Kameradschaft zu verbessern und zu vervollkommen. Das gibt einem die Möglichkeit zu einer gewissen Befriedigung, die ich durch die Freundschaft meiner früheren und vor allem jetzigen Kollegen des Vorstandes gefunden habe. Ich fand sie aber auch im Vertrauen und dem wohlwollenden Verständnis, das der ganze SC Blustavia mir so oft entgegen gebracht hat. Nun, der Augenblick ist gekommen, um meinen Platz zur Verfügung zu stellen, um eine Blutauffrischung in Form eines jüngeren spritzigen Mitgliedes zu ermöglichen. Wenn ich den Vorstand verlasse, so möchte ich doch, wenn es meine Zeit erlaubt, überall dort wo es mir möglich ist, im Diesnte des SC Blustavia bleiben. Es ist jedoch mein Wunsch, dass mein Nachfolger weiterhin im besten Gemeinschaftsgeist und in Zusammenarbeit mit den übrigen Vorstandsmitglieder für das Wohlergehen des SCB und für eine glückliche Zukunft unseres Vereins wirkt.

Solothurn, 29. August 1969 - Der Präsident Walter Ammerter

Originaldokumente

 

 

Einladung zum Bänzenjass

Originaldokumente

 

Sport-History von allen Mannschaften 1968/1969

1. Mannschaft 1968/1969

Hinten von links: Bieli, Bessire, Nachbur, Ruetsch, Coach F. Bargetzi, Kuthe, Simonis, Strähl, Senn, Biberstein

Vorne von links: Spielertrainer L. Bernasconi, Thaler, Schreiber, Studer, Schönmann, Monopoli

Ranglisten, Resultate, Matchberichte, Aufstellungen, Torschützenlisten, Zeitungsartikel usw.

 

 

30. Generalversammlung

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