Diese 4 Jahre sind nicht gut dokumentiert. Unsere Mitglieder waren zum grossen Teil im Aktiv-Dienst und während der Kriegsjahren wurde der Verein als selbständige Untersektion beim FC Solothurn eingegliedert (gespielt wurde unter dem Namen FC Solothurn). Ueber Resultate der Meisterschaften dieser Mannschaft hat der Chronist leider keine Angaben gefunden. Einige Matchberichte aus dieser Zeit sind noch vorhanden und werden unten aufgeführt.

 

Trainer: ?

 

Spiele

 

Spiel gegen Utzenstorf, Herbst 1941

Original Matchbericht

FC Utzenstorf - SC Blustavia 3:6 (1:1)

Nachdem sich unser Verein nur noch mit schwachen Lebenszeichen bemerkbar machte, hervorgerufen durch die Abwesenheit vieler Mitglieder, nahm unser Präsident die Sache militärisch unter die Lupe. Man erhielt Drohbriefe versehen mit dem Stempel "Feldpost". Trotz seiner UO Schule nahr er sich die freie Zeit, um unseren Verein wieder in Betrieb zu setzen, und es ist ihm zu einem grossen Teil gelungen. Die Räder unseren Vereins begannen wieder zu ächzen, und der alte Mechanismus begann seine alten Touren wieder zu machen. Ich möchte unserem Präsidenten Hans Leuenberger für seine Mühe und Aufopferung bestens danken.

Nach langer Pause entlich wieder etwas "Spielerisches". Der Pakt zu diesem Treffen wurde von unserem Aktivmitglied Ernst Hofer abgeschlossen.

Ein regnerischer Sonntag. Um 12.00 versammeln wir uns alle mit launigen Gesichtern vor dem Haupteingang des HBF., sodass die Leute ziemlich Mühe haben die Türe zu passieren. Von unseren Standart-Spielern konnten nicht spielen: Unser sympatischer und geschätzter Goalkeeper Rudy Jenny, unser bulliger Back Werner Bamert, unser Säugling Rud. Schenker, der kleine spriziger Kpl. Hans Leuenberger und unser internationaler Tanker Bernet Charles.

Nachdem unser Kassier den Billetschalter mit Utzenstorf-Solothurn retour aufkaufte, steuerten wir alle mit der festen Hoffnung zu Siegen dem Perron zu, wo schon das Eisenross zur Stelle war. Der Blitzzug setzte sich in Bewegung, und nach einigen Zwischenhalten, gelangten wir alle in guter Kondition in Utzenstorf an, wo uns die Stadtmusik einen netten Empfang bereitete.

Jeder war sich der Parole klar: "Wir müssen siegen, und uns von der letzten knappen Niederlage revanchieren!!! Die Zeit war sehr kanpp bemessen, sodass die Minuten gerade noch ausreichten, um uns in aller Eile dem Fussballtenue zu bemächtigen, und dem Platze zueilen, um pünktlich zu erscheinen.

Die Mannschaft besteht aus folgenden Kameraden:

Von Felten

Maurer    Doensch    Kislig

Amiet    Neher    Zarro    Oppliger    Piffaretti

Zu Beginn eine kleine Spielkritik in fünf Worten: Blustavia kam, sah und siegte!

Das Spiel beginnt: Utzenstorf hat Anstoss, und kommt schon in Tornähe, wo von Felten mit Mühe halten kann. Nach einem guten Durchbruch eingeleitet durch Doensch gehen wir 1:0 in Führung. Unser Zusammenspielen lässt bei einigen Spielern zu Wünschen übrig, sodass Utzenstorf nach einem guten Kombinationsangriff ausgleichen kann 1:1. Das Spiel steht auf einem fairen Niveau, und ist mit gutem Kameradschaftsgeist beseelt. Ein gefährlich werdender Corner wird von unserer Verteidigung mit Mühe abgewehrt, und auf der anderen Seite verpasst Piffaretti einen schöne Torchance durch Offside. Der Erwähnte hat diesen Fehler öfters gemacht, was unbedingt in Zukunft verhütet werden muss. Doensch unser Centrehalf hat einen guten Tag, und beschickt die Stürmer mit guten Vorlagen vor das gegnerische Tor. Mit dem unentschiedenen Resultat 1:1 geht es in die Pause.

Nach Wiederbeginn spielt für Kislig Flury, und für Piffaretti Füeg. Das Spiel ist ausgelichen. Nach einem harmlosen Angriff der Grünen, heisst es schon 1:2 für Utzenstorf, wobei Röbi Maurer einen guten "Schnitzer" leistete. Doch unser Zuspiel wird zusehends präziser und angriffslustiger. Wir holen eine leichte Feldüberlegenheit heraus, was uns schliesslich den Ausgleich durch Zarro einbringt 2:2. Wir dominieren die gegnerische Mannschaft glatt, und schon heisst esnach schönem Kombinationsspiel 3:2 für Blustavia. Wir sind nun konstant im Angriff. Ein Gemetzel vor dem Feindestor nützt Edy geschickt aus, und wir liegen 4:2 in Führung. Wir sind nicht mehr zu halten, und nach kurzen Abständen heisst es 6:2 für Blustavia. Wir sind unserem Siege zu sicher, und es gelingt Utzenstorf ein Tor aufzuholen, dass unbedingt vermieden werden konnte 6:3. Der Endpfiff schrillt, und wir verlassen die Kampfstätte als verdiente Sieger. Jeder hat sein Möglichstes dazu beigetragen.

Trotz diesem 6:3 war unser Spiel nicht 100%, und wir müssen uns unbedingt eines besseren Zusammenspiels befistigen, dass nur in einem intensiven Training erzielt und herausgeholt werden kann.

Ch. Neher

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Spiel gegen Utzenstorf 1. Dezember 1941

Original Matchbericht

FC Utzenstorf - SC Blustavia 1:4 (1:3)

Mittags 12 h auf dem Hauptbahnhof in Solothurn. Ein kleines Trüppchen Blustavianer stehr vor dem Bahnhof, mit Köfferchen und Koffern bewehrt. Der Zug soll in 10 Minuten abgehen, und wir sind noch lange nicht komplett. Nach und nach, bis einige Minuten vor Zugsabgang, stellen sich die letzten Nachzügler ein, und es fehlt nur noch ein Mann. Unser American Boy Carley ist noch nicht erschienen. Schon wollen wir uns damit abfinden, mit 10 Mann spielen zu müssen, als die Rettung in der Person von Hans Dönsch nahr. Aber, o Schreck! Er trägt keinen Koffer. Wir können unsern Kameraden doch nicht in den Sonntagskleidern spielen lassen. Die Hauptsache ist jedoch, dass wir einen elften Spieler gefunden haben. Das andere wird sich schon finden. Mit Hurrageschrei wird der letzte Wagen gestürmt, und der Zugführer ist so freundlich, den Zug noch einige Minuten warten zu lassen. Wir haben die Hoffnung, dass Charly doch noch erscheinen werde, nicht aufgegeben. Doch vergebens hangen 1 Augenpaare am Bahnhofausgang. Er kommt nicht.... Schon setzt sich der Zug in Bewegung. Zum zweiten Male innert kurzer Zeit geht es gegen den FC Utzenstorf. Wir sind alle sehr zuversichtlich gestimmt. Um 13 Uhr stellen sich die beiden Mannschaften dem Schiedsrichter. Blustavia spielt in folgender Aufstellung:

Von Felten

Rudolf    Harder

Maurer    Dönsch    Kislig

Oppliger    Pfluger    Zimmermann    Zarro    Amiet

Das Terrain ist wirklich schwer, der Boden von langanhaltendem Regen tüchtig aufgeweicht. Die Gegner haben Anstoss, und schon liegen sie im Angriff. Der Stoss wird von unserer Verteidigung sicher aufgefangen. Die Grünen sind nicht wiederzuerkennen. Die merklich als grosse Spurter und nicht zu unterschätzende Gegner. Die Aufstellung ist nicht unwesentlich geändert worden. Es scheint, als ob Utzenstorf nicht gewillt ist, uns den Sieg wieder zu überlassen. Fast unaufhörlich wird unsere Hintermannschaft in den ersten Spielminuten bedrängt, und von Felten muss verschiedentlich klären. Ungefähr in der zehnten Minute fällt nach einem Gedränge vor dem Tor das erste Tor für Utzenstorf. Nun gehen auch unsern Leuten die Augen auf, und das Spiel wird exakter. Es ist nun dirket eine Freude, zu sehen, wie sich die immerhin körperlich im allgemeinen unterlegenen Blustavianer ihrer Gegner zu erwehren wissen. Der Erfolg dieser Anstrengung bleibt auch nicht aus, denn bald heisst es 1:1, nach einer schönen Kombination des weissen Sturmes. Das Tor unserer Gastgeber wird in der Folge stark belagert. In der 15. Minute ungefähr fällt bereits das zweite Tor. Das Spiel steht 2:1 für Blustavia. Der Vorteil, den Utzenstorf durch die Platzwahl gewonnen hat, fällt stark ins Gewicht. Der Wind bläst uns den Regen dirket ins Gesicht, was natürlich stark hinderlich ist. Trotz alledem liegt Blustavia ständig im Angriff, und die Verteidigung hat hart aufgeschlossen, um im gegebenen Fall beim Skoren auch noch ein Wörtchen mitreden zu können. Es gelingt den Gegner immer wieder mit gefährlichen Durchbrüchen unser Tor zu fefährden, doch wir lassen uns den Mut nicht nehmen. Verbissen legt sich stes von neuem unser Sturm ins Zeug und setzt sein ganzes Können ein. Die Angriffe von Blustavia werden überraschend sicher und rasch vorgetragen. Ja, manchmal wird sogar ein wenig zu viel kombiniert, denn die gegnerischen Verteidiger sind tatsächlich ziemlich leicht zu überspielen. Die zähen Angriffe sind von Erfolg gekrönt und bringen uns kurz vor Halbzeit einen wertvollen weiteren Treffer ein.

In der Pause stärken wir uns mit dem uns offerierten Tee. Der Rhum, allerdings ziemlich spärlich beigegeben, wärmt, und die verfrorenen Gestalten beginnen allmählich wieder aufzutauen. Das Wetter ist aber auch scheusslich. Wir hatten bis jetzt den Wind immer gegen uns und sind aus diesem Grund total durchnässt. Zu allem Ueberfluss beginnt es nun auch noch schneien. Wir haben glücklicherweise den Platzvorteil. Der Wind bläst uns in den Rücken, und der Boden hat sich glücklich in einen Morast verwandelt. Der Ball läuft beinahe selbständig auf den gegnerischen Kasten zu. Die weissen Stürmer wittern den Vorteil und sind nun nicht mehr aus der gegnerischen Platzhälfte zu vertreiben. Infolge gestöbers ist es mehr oder weniger unmöglich, zu kombinieren. Kurz nach dem Anpfiff fällt das vierte Tor für Blustavia. Der Gegner spielt nur nach auf Abwehr, denn der Ball ist kaum mehr wegzubringen. Mit Zustimmung beider Parteien bricht der Schiedsrichter das Spiel in der 12. Minute ab. Vooständig durchnässt und dreckig wie gewisse Tierchen bewegen wir und in den Unkleideraum.

Die äussere Hülle tut jedoch nichts dazu. Zuinnerst sind wir solz, wieder einen Sieg nach Hause bringen zu können.

Endresultat: 4:1 für SCB

Solothurn, im Dezember 1941 Rob. Kislig

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Spiel gegen Balsthal, Frühling 1942

Original Matchbericht

FC Balsthal - SC Blustavia 6:1 (1:1)

Das Spiel mit dem FC Balsthal ist endlich wirklich und wahr geworden. Um 13.15 h besammeln wir uns auf dem Hauptbahnhof. Diesmal sind es mehr als damal, als wir mit Mühe und Not eine Mannschaft zusammenbrachten, um gegen den FC Utzenstorf anzutreten. Immerhin ist zu sagen, dass der SCB nicht in der Standard-Aufstellung spielen kann, da verschiedene infolge Abwesenheit und Militärdienst an der Teilnahme verhindert sind. Unsere Mannschaft sieht vorläufig fogendermassen aus:

Rudolf

Bläsi     Zimmermann

Graf     Dönsch      Maurer

Oppliger   Leuenberger   Zarro   Neher   Amiet

Wohl zum letzten Mal spielt heute unser lieber Kamerad Charly Neher mit uns, denn er folgt dem Ruf seines Vaterlandes, um nächsthin zum Militärdienst nach USA auszureisen. Es tut uns allen sehr leid, diesen Kameraden scheiden zu klassen, denn wie viele schöne Stunden auf dem Sportfeld, aber auch an andern Orten, haben wir mit ihm verlebt. Kurze Zeit nach halb drei Uhr langten wir nach einer holprigen Fahrt auf dem Kluser Express in Balsthal an. Es bleibt uns nicht allzuviel Zeit übrig, uns anzuzuiehen. Das Schulhaus, in dem dies zu geschehen hat, ist auch eine gute Viertelstunde vom Spielplatz entfernt. Zuversichtlich und frohgemut steigt unsere Mannschaft ins Rennen. trotzdem alle genau wissen, dass der FC Balsthal ein gefährlicher Gegner ist. Schlussendlich sind wir auch keine kleinen Kinder mehr.

Am Anfang geht alles gut. Die beiden Mannschaften tasten sich vorsichtig gegenseitig ab. Nirgends zeigt sich vorderhand eine stärkere oder schwächere Seite. Balsthal gewinn nach einigen Minuten sofort ein zimliches Plus durch seine raschen und gefärhlichen Angriffe. Doch scheint der Ball verhext zu sein. Immer wieder ziehen die Geschosse ihre Bahn über oder neben unsern Kasten. Doch unsere Leute lassen icht mit sich spassen. Nach der kurzen Drangperiode gelingt es Blustavia, das Gleichgewicht wieder herzustellen, und nach einigen schönen Flankenangriffen geling es den Weissen verschiedentlich, gefährlich vors gegnerische Tor zu kommen. Doch auch bei uns klappt nicht alles. Zum Schluss fehlt immer der krönende, zügige Abschluss. Unsere Leute gehen zu zimperlich mit dem Ball um, weshalb es der tüchtigen gegnerischen Verteidigung stets gelingt, das Leder wegzuspedieren. Nach diesem ausgeglichenen Hin und Her mit verschiedenen, beidseitigen Torchancen kommen die Gelbschwarzen gefärhlich durch und der Centerhalt lässt einen seiner gefürchteten Fernschüsse vom Stapel. Der Ball landet unhaltbar unter der Latte. 1:0 für Balsthal. Dieses erste Tor der Gastgeber stimuliert auch unsere Mannschaft wieder von neuem, und der Einsatz der Weissen Spieler wird besser. Wenn vorher ziemlich viele noch verwertbare Bälle dem Gegner überlassen worden waren, so ist dies nun nicht mehr der Fall. Um jeden Ball wird gekämpft und keine Chance mehr ausgelassen. Bedauerlicherweise langts noch immer nicht zum Erfolg. Die jungen Blustavianer sind jedoch nicht diejenigen, die sich durch Pech entmutigen lassen. Kurz vor dem Pausenpfiff entsteht nach einem schönen Angriff der Unsrigen ein fürchterliches Gedränge vor dem feindlichen Tor. Die Verteidigung kann den Ball nicht wegbringen, da immer wieder ein Spieler ein Bein dazwischen stellen kann. Das Leder rollt einem unserer Stürmer vor die Füsse, der an dem Knäuel vorbei unhaltbar einschiesst. Um es kurz zu fassen, war die erste Halbzeit wieder Erwarten ziemlich ausgeglichen, obwohl Balsthal etwas mehr vom Spiel hatte. Auf beiden Seiten waren die Scharfschützen vom Pech verfolgt, sonst hätte es sicherlich mehr Tore gegeben.

Ein weniger erfreuliches Kapitel ist nun schon die zweite Halzeit. Balsthal versärkt seine Angriffe zusehends, und unsere Leute lassen fühlbar nach. Nicht Ermüdungserscheinungen sind es, denen dieses Nachlassen zuzuschreiben ist. Nein, das Gefüge beginnt bedenklich zu wackeln und auseinanderzugehen. Man kann nicht einem einzigen Grund die Schuld für die höchste unserer Niederlagen zuschrieben. Es fehlte einfach bei allen und überall. Eine Schilerung des Spielverlaufes zu bringen, ist mehr oder weniger überflüssig, da sich immer wieder dasselbe wiederholte. Trotz verschiedenen Umstellungen in unserer Mannsvhaft gelang es nicht, den gegnerischen Angriff wirksam zu bremsen. Der Sieg der Balsthaler Gastgeber von 6:1 ist vollkommen gerecht. Trotzdem liessen wir es uns nicht nehmen, nach dem Match noch ein wenig beisammen zu sitzen. Kameradschaft geht doch über alles.

Rob. Kislig

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