In dieser Saison wurden nur 2 Spiele ausgetragen, aber beide sind mit einem Matchbericht dokumentiert.

 

Trainer: Ubald Flury

 

Spiele

 

Erstes Spiel nach dem Krieg - Erstes Spiel nach der Neugründung

Stadion Solothurn, 29.Juni 1945, 19.15 Uhr

SC Blustavia - Firma Meyer und Stüdeli AG 4:1 (2:0)

Schiedsrichter: Max Geiser, Solothurn, Witterung u. Bodenverhältnis: Ausgezeichnet

Mannschaftsaufstellung 1. Halbzeit

Jenny

Jäggi   Zimmermann

Harder   Forcella   Zarro

Leuenberger   Oberer   E. Amiet   U. Flury   H. Amiet

Mannschaftsaufstellung 2. Halbzeit

Jenny

Jäggi   E. Amiet

Leuenberger   Zimmermann   Oberer

W. Flury   Zarro   U. Flury   Oppliger   H. Amiet

Tenue: Blustavia - Blau-Weiss

Gegner: Buntfarbig

Trotzdem der SCB erst 4 Trainings hinter sich hatte, durfte man mit dem Gezeigten vollauf zufrieden sein. Der Gegner bot an und für sich kein schweres Hindernis. Neben einzelnen Leuchten wie Strähl, dem Haudegen Kottmann und den zwei Senioren Gyr und Müller Visu usw., wies die Mannschaft etwelche Schwächen auf, wobei insbesondere der Senioren-Torhüter Sieber eine unzulängliche Leisung zu Tage legte. Die angreifenden Blustavianer wurden regelrecht gehalten, diesen "zerbrechlichen" Tormann weitgehendst zu schonen!

Der Sieg der Blustavianer mit 4:1 Toren (Halbzeit 2:0) wovon in der ersten Halbzeit eines durch E. Amiet, eines durch Harder und die zwei weitern in der zweiten Spielhälfte durch Heinz Amiet und Ubald Flury erzielt wurden, war absolut verdient, das Ergebnis einer erfreulichen Fleissleistung.

Das Kombinationsspiel liess dann und wann noch vieles zu wünschen übrig. Im Besondern war es die Läuferreihe, welche in dieser Beziehung verschiedene Schnitzer leistete. Es wurde zu wenig zusammengespielt. Man vernachlässigte allzusehr den Mittelläufer, wodurch dessen Aufgabe als Verbindunsmann und Spielverteiler sich zu einem für ihn sozusagen unlösbaren Problem gestaltete.

Mit einer gewissen Ruhe hatten wir alle damals wieder zum erstenmal nach längerem Unterbruch den Platz betreten, denn hinter dem Sturm, den Läufern und der Verteidigung, zwischen den weissen Pfosten stand unser alter Blustavia-Torhüter Ruedi Jenny. Wir sahen uns in unseren Erwartungen nicht getäuscht. Er leistete ganze Arbeit und setzte sich dür die Sache des SCB voll ein.

Jeder Spieler hat unzweifelhaft alles das zu diesem Siege beigetragen, was in seiner Macht stand. Der Sieg war mehr als verdient und mit Vertrauen sehen die Aktiven des SCB der Zukunft entgegen. Wird für sie wohl wieder die alte, unvergessliche schöne Zeit bester Kameradschaft und grosser Erfolge zurückkehren?

30.6.45 Hans Leuenberger

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Rüttenen, 25. November 1945  10.15 Uhr

FC Rüttenen 2 - SC Blustavia 1:5 (1:3)

Witterung: Neblig, kühl, verhältnismässig gutes Fussballweter

Bodenverhältnisse: Weich, glitschig

Platz: Seitwärts schief, der länge nach steigend. Stellt an die Spieler grosse Anforderungen

 

Mannschaftsaufstellung 1. Halbzeit

Jenny

Jäggi W.    Zimmermann

Oberer H.    E. Amiet    Lüthy A.

Flury W.   Flury U.    Zarro A.   Oppliger P.    Götschi R.

Mannschaftsaufstellung 2. Halbzeit

Amiet E.

Flury U.     Jäggi W.

Oberer H.     Jenny R.    Lüthy A.

W. Flury   Zimmermann W.    Zarro A    Amiet H.    Götschi R.

Tenue: Blustavia - Weiss-Blau

Gegner: Blau-Rot

Das Spiel beginnt recht lebhaft. Beide Mannschaften tasten sich gegenseitig ab, um eventuelle Lücken und Schwächen des Gegners festzustellen. Nach Ueberwindung dieses kurzen Auftaktes erzielen die Leute vom SCB aber bereits schon in der 3. Spielminute den ersten Corener, welcher von der Rüttener-Verteidigung weggeschlagen wird. Das war nun das Signal zum Angriff. Wenn auch in technischer Hinsicht vieles nicht recht klappen will, so gelingt es den Blustavianern doch dank der grossen Fleissleistung eine solch bestechende Ueberlegenheit herauszuarbeiten, dass die Rotblauen Rüpttener kaum einmal noch in Jenny's Tornähe kommen. Angriff über Angriff rollt gegen Rüttenens Heiligtum. Die Blau-Weissen Blustavianer sind nicht mehr zu halten.

Amiet Edy, der erstmals den Platz des Mittelläufers einnimmt, schickt den Sturm immer und immer wieder mit Elan und guten Vorlagen auf die Reise. Er ist heute im Strumpf. Wunderschön, wie er sich stets frei zu stellen weiss und wie er es versteht, die vereinzelten Angriffe des Gegner im Keime schon unfruchtbar zu machen. Die beiden Verteidiger Zimmermann und Jäggi spielen ruhig und zuverlässig. Jäggi fällt besonders durch seine gesunden Abschläge und die gute Aufbauarbeit auf. Jenny im Tor ist sehr aufmerksam, konzentriert und ragiert äusserst rasch. Er ist immer noch wie "alben" in den guten, alten Zeiten des SCB in bester Form. Oberer behält seinen Partner gut im Augo und lässt ihn kaum einmal richtig zum Zuge kommen. Unser Team-Neuling Lüthy auf dem Posten des linken Läufers überrascht allgemein von der angenehmen Seite. Ueber seine spielerischen Fähigkeiten war man sich bisher noch nicht im Klaren. Er ist ein unentwegter Draufgänger und gibt keinen Ball verloren. Die Mannschaft wird in ihm für die Zukunft bestimmt eine wertvolle Stütze haben. Im Sturm sticht vor allem die überlegene Technik und die intelligente Spielart des Halbrechten Flury Ubald heraus, der vorne immer und immer wieder für rasche und verblüffende Kombinations-Züge sorgt. Oppliger auf Halblinks ist spritzig und gewandt wie gewohnt und lässt sich von seinen Gegner nicht lumpen. Das weiche, glitschige Terrain macht besonders den beiden Flügeln Götschi und W. Flury viel zu schaffen, doch ist auch ihre Spielweise zufriedenstellend, wobei besonders erwähnt werden darf, dass W. Flury, einen Kampfgeist zutage legt, wie man ihn auf Fussballfeldern gerne zu sehen wünscht. Was ihm an spielerischem noch abgeht, das ist vor allem eine schnelle Reaktion. Es geht oftmals viel zu umständlich, bis er sich um die eigene Achse herum gedreht hat. Aber was nicht ist, kann noch werden. Alles in allem darf man mit der Mannschaftsleistung in Anbetracht des gänzlichen Trainingsstillstandes volauf zufrieden sein. Jeder hat sich redlich Mühe gegebe, sein Bestes zu bieten. Auf alle Fälle hat die uneigennützige Spielweise und der flotte Kameradschaftsgeist der Blau-Weissen das ihrige zum wohlverdienten Sieg beigetragen.

In der 9. Spielminute führt ein prächtiger Angriff über 4 Mann bereits zum 1. Erfolg, doch wird dieser Treffer infolge Offisdes vom Neutralen annulliert. Wenige Momente später kommt Götschi ganz unerwartet in den Besitz des Leders. Er zieht los und knallt mit Gewaltsbome auf den Kasten, doch ist der Schuss zu wenig placiert und der Torhüter kann mühelos halten. Das war eine 100% Kapitalchance. Die Druckperiode der Blustavianer wir weiterhin gesteigert. Weit aufgeschlossen lauern die beiden Backs auf die wenigen, meist ungefährlichen Vorstösse des Gegners. Es beginnt stark nach Morgenluft zu riechen. Da, in der 17. Minute kommt Amiet E. in den Besitz des Leders. Er überspielt grziös zwei Angreifer, gibt schön flach nach vorn, wo Zarro übernimmt und unhaltbar zum 1:0 verwandelt.

Unser Mittelstürmer Zarro weiss sich sehr wohl in die geschlossene Linie des Sturmes einzufügen, hängt aber dann und wann etwas zurück, sodass verschiedene aufgelegte Chancen vor dem Tor im Sande verlaufen. Versteht er es einmal, sich an der Spitze des Angriffs energisch durchzusetzen und damit die gegnerische Verteidigung ins Wanken zu bringen, wird die Fünferreihe bestimmt an Durchschlagskraft noch mehr gewinnen.

Der erste Treffer der Blau-Weissen ist mehr als verdient und entspricht absolut dem bisherigen Spielgeschehen. In der 25. Minute gibt der rechte Flügel W. Flury gut überlegt zur Mitte, wo Flury U. einen Gegner täuschen, zum freistehenden Oppliger weiter dirigiert, welcher seinerseits nich lange zögert und mit gesundem Flachschuss in die linke untere Ecke dem Torhüter zum zweiten Mal das Nachsehen gibt. 2:0

Durch diesen weitern Erfolg ermutigt gehen nun die Blau-Weissen ganz aus sich heraus. Nicht dass ihnen keine Schnitzer passieren. Doch was vertändelt wird, wird durch energisches Nachlaufen wieder gut gemacht. Die Läuferreihe sorgt immer wieder für brauchbare Bälle für den Sturm und die zwei Verteidiger flössen dem Gegner bei dessen sporadischen Vorstössen durch ihr rasantes Eingreifen hohen Respekt ein. Und wenn ihnen schon einmal ein kleiner Fehler unterläuft, dann steht noch unser ungeschlagener Ruedi zwischen den zwei Pfosten und macht alle Erfolgsgelüste der Blau-Roten Stürmer mit Bravour zunichte.

Wir stehen in der 34. Minute des Spieles. Götschi am linken Flügel kommt an den Ball. Er verlängert fein zu seinem Nebenmann Oppliger, welcher kurz entschlossen zum 3:0 einsendet. Im Gegenzuge kommt Rüttenen plötzlich gefährlich nach vorne. Unsere Verteidigung wird überrumpelt und Rüttenens Halbrechter Zaugg H. tank sich allein durch. Aber noch steht ein Mann vor ihm. Reflexartig springt Jenny aus seinem Gehäuse und jagt seinem anstürmenden Gegner die Kugel mit einer Gewaltsbome vor den Füssen weg. In der Folge gleicht sich die Partie etwas aus. Mittelfeldspiel. Die Gefahr schein gebannt zu sein. Da, in der 36. Minute gelingt den Blau-Roten ein weiterer Angriff, der sie bis in den 16 m Raum hinein bringt, wo Lüthy am Boden liegend den Ball zwischen den Beinen behält. Der Neutrale pfeift ab und zeigt auf Penalty. Trotzdem dieser Entscheid keineswegs gerechtfertigt ist, wird er diskussionslos entgegengenommen. 36. Minute. Der gut gezielte 11 m landet in der rechten untern Torecke. Jenny kann trotz mächtigem Plongeon dem Ball den Eintritt nicht verwehren.

Eine nette Einzelaktion Oppligers wird von diesem in der 44. Minute durch pfündigen Schuss, der kanpp neben dem linken Pfosten vorbei saust, abgeschlossen. Mit dem Resultat von 3:1 gehts in die Pause.

Nach der Halbzeit wird umgestellt. Jenny hat das Bedürfnis, sein Könne auch mal vorne unter Beweis zu stellen und übernimmt den Posten des Mittelläufers, währenddem Amiet E. als Torhüter amtet. Jenny, noch frisch und unerschöpft, bringt sofort einige frische Züge in die Reihen der Blau-Weissen. Bereits in der 47. Minute stellt sich denn ach der Erfolg guter Vorarbeit ein.

Einen Ball, den sich Jenny im Duell erkämpft hat, legt er dem lauernden Oppliger präzis steil vor, welcher in rasantem Spurt dem gegnerischen Tor zusteuert und neben dem Torhüter vorbei unhaltbar zum 4:1 einschiebt. Trotz der grossen Fleissleistung Jenny?s muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass er durch sein allseitiges Auftauchen auf dem Platz seine Mannschaft zeitweise unnötig zu Missverständnissen führte, da sich einige Spieler nicht im Klaren waren, welchen Posten er denn eigentlich inne hatte. Doch lief die Maschine dann wieder besser, als er sich endliche seines Amtes als Mittelläufer vergewissert hatte.

Rüttenen scheint sich nun gewaltsam aufzuraffen, um eine Resultatverbesserung unter allen Umständen zu erzwingen. Bei den Blustavianern hingegen ist eine gewisse Müdigkeit festzustellen, bestimmt das Resultat mangelnden Trainings. Rüttenen spielt nun streckenweise mit deutlicher Ueberlegenheit. Aber die Blau-Weisse Verteidigung hält dicht. Flury U., den wir während der zweiten Halzeit in der Verteidigung antreffen, räumt unnachsichtig auf, ihm ist kein Kraut gewachsen. Auf welchen Posten er auch spielt, überall leistet er ganze Arbeit. Jäggi zur Linken will ihm kaum nachstehen und räumt bei Gelegenheit ebenfalls wuchtig auf. Edy Amiet im Tor hält sein Gehäuse meisterhaft rein. Er produziert eine überraschend zuverlässige Torhüterarbeit. Jeder Ball, wenn noch so tückisch, wird von ihm unschädlich gemacht. Er hat heute in Tat und Wahrheit einen guten Tag. Inzwischen ist Heinz Amiet für Paul Oppliger eingesetz worden, der wohl der Auffassung war, seinen Teil zum Siege des SCB mit dem Hattrick reichlich beigetragen zu haben.

Die Ueberlegenheitsperiode der Blau-Roten wird langsam zurückgedrängt. Plötzlich steht Zarro ganz allein vor dem gegnerischen Tor, wo er unangegriffen an den Ball kommt. Anstatt ruhig überlegt zu stoppen und dann ebenso bedacht zu schiessen, versucht er sein Glück mit einer Direktabnahme, welche ströflich vergeben wird. Schade, für solche aufgelegte Kapital-Chancen! Ein sporadischer Vorstoss zu zweien zwischen Götschi und Zarro kann ebenfalls nicht verwertet werden, da Götschi in unbedrängter Position viel zu früh schiesst, wo er doch unbehindert noch dem Ziel zustreben kann. Rüttenen drängt wieder nach vorne und klammert sich in der Platzhälfte der Blau-Weissen fest. Aber nicht will ihnen gelingen; dafür garantieren ihnen die zwei Blustavia-Backs.

Mitten in dieser erneuten Druckperiode der Rüttener übernimmt Jenny unvermerkt das Leder, und zieht verfolgt von 3 Gegner dem feindlichen Kasten zu. Elegant umspielt Jenny den rechten Verteidiger und ein harter Schuss flitzt unhaltbar zum 5:1 in die Maschen (78. Minute). Gegen Schluss gleicht sich das Spielgeschehen wieder aus. Hüben und drüben können aber keine positiven Chancen mehr herausgearbeitet werden. Die 11 Akteure des SC Blustavia gehen verdient als Sieger aus diesem Derby hervor und ihnen gebührt unbedingt ein Gesamtlob. Sie werden bei regelmässigem Training in zukünftigen Spielen bestimmt noch öfters ein gewichtiges Wort mitreden.

Hans Leuenberger

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Torschützenliste
       
Name
Tore
Name
Tore
Paul Oppliger
3
Armin Harder
1
Edy Amiet
1
Rudolf Jenny
1
Heinz Amiet
1
Toni Zarro
1
Ubald Flury
1