Diese Saison war gespickt mit Erfolgen, aber vom Verband wehte ein rauer Wind in unsere Richtung. Blustavia war nicht mehr gross erwünscht. Höhepunkt war der Halbfinal in der Firmensportmeisterschaft, als der Gegner zum Wiederholungsspiel nicht antrat und dies mit einer Forfaitniederlage hätte enden müssen. Der Verband schmetterte dies aber ab und setzte das Spiel neu an. Blustavia spielt unter Protest und verlohr das Spiel. Nachdem 2 Berner Instanzen den Entscheid der Berner-Sektion stützten, wurde aber der Protest vom Schweizerischen Verband gutgeheissen. Die Mannschaft stand nun im Finale. Leider wurde dieses Spiel nie ausgetragen. Die Vereinsleitung entschloss, sich dem Firmensportverband abzuwenden und dem Schweizerischen Fussball- und Athletik Verband beizutreten.

 

Trainer: Ubald Flury

 

Spiele

 

Freundschaftsspiele

Magglingen:   SC Blustavia - SC Aluminium Lausanne 2:6

SC Scintilla - SC Blustavia  1:9

SC Blustavia 2 - Tennisclub Herenweg   1:2

SC Blustavia 2 - Kath. Jünglingsverein    2:4

 

SFV - Firmenmeisterschaft 1950 - Serie A Gruppe 4

SC Hasler - SC Blustavia
0:3
3:6
SC Bellevue Garage - SC Blustavia
0:6
3:3
SC Winkler & Fallert - SC Blustavia
0:12
3:0 forfait
SC Wander - SC Blustavia
2:3
0:3 forfait
SC Tobler - SC Blustavia
0:3
0:10
SC Westinghouse - SC Blustavia
1:8
0:3 forfait

In der Gruppe 4 sind wir damit an 1. Stelle und haben den Halbfinal gegen den Sieger der Gruppe 1 SC Strassenbahner zu spielen. Als Vorspiel zum internationalen Freundschaftsspiel Young Boys Bern - FC Wien am 13. August 1950 wurde dieser Halbfinal im Wankdorfstadion aufgezogen. Das Spiel endete 1:1, nachdem der Schiedsrichter den Siegestreffer der Blustavia 5 Minuten vor Schluss ungerechterweise annullierte. Es musste ein Wiederholungsspiel angesetzt werden, zu dem SC Strassenbahner nicht antrat. Trotz heftiger Intervention des SCB wurde von der T.K. Fussball der Match kurzerhand neu angeraumt, vom SC Blustavia unter Protest gespielt und 1:2 verloren. Der Protest jedoch wurde vom Schweiz. Firmensportverband gutgeheissen, nach dem er ohne Erfolg 2 Bernische Instanzen durchlief. Nun hat der SCB gegen den SC Landestopographie zu spielen und zwar ist dieser Final im Frühling 1951 vorgesehen (wurde aber nie gespielt, anm. des Chronisten)

Matchberichte

1. Meisterschaftsspiel 15.04.50: SC Blustavia - FC Winkler-Fallert Bern      12:0

Aufstellung: Arrigoni, Lüthy R., Allemann, Maienfisch, E. Amiet, Maurer, Leuenberger, Götschi, Bessire, U. Flury, Oberer

Torschützen: U. Flury 4, Oberer 3, Maurer 1, Amiet 1, Bessire 1 (2 Eigentore)

Bei leichtem Regen fand vergangenen Samstagnachmittag auf dem Sportplatz in Rütten das Treffen SC Blustavia Solothurn gegen FC Winkler-Fallert Bern statt und ergab einen überlegenen Sieg der Solothurner. Die Berner, die wohl in kämpferischer, nicht aber in fussballtechnischer Hinsicht genügen konnten, waren auf dem glitschigen Terrain zu unbeholfen, um den schnellen Solothurnern ernsthaften Widerstand entgegenzusetzen. Trotz der ergiebigen Torausbeute zeigten die Einheimischen nicht das gewohnt gute Mannschaftsspiel. Ihre Stürmer glaubten in Anbetracht des leichten Gegners den Erfolg mit viel Dribblings und Einzelaktionen besser erreichen zu können. Offensichtlich fehlte heute der Wille zur Zusammenarbeit. Ein stärkerer Gegner hätte auf diese Art kein Dutzend Tore zugestanden. Dass die Solothurner ihr sonst solides Können mit zunehmender Kampfstärke des Gegners auch zu steigern vermögen, haben sie am kommenden Samstag in Bern gegen die routinierte Elf der Firma Wander AG zu beweisen.

2. Meisterschaftsspiel 22.04.50: SC Wander Bern - SC Blustavia     2:3 (2:2)

Aufstellung: Pfyl, Lüthy, Bessire, Maienfisch, Amiet, Maurer, Leuenberger, Götschi, Bläsi, U. Flury, Oberer Ersatz: Hänni, Arrigoni

Torschützen: Leuenberger, U. Flury 2

Am vergangenen Samstag reisten die Solothurner zum Meisterschaftsspiel nach Bern. Wie zu erwarten war, stiessen sie auf einen äusserst starken Gegner und man sah bald, dass die Wander sich auf ihrem kleinen Spielfeld recht wohl fühlten. Die Solothurner wussten, dass heute nur eine ganze Leistung den Sieg bringen konnte. Sie ergriffen deshalb sofort die Initiative und führten das Feldspiel überlegen. Zweimal gelang es Ihnen ein Tor vorzulegen, doch geschickt verstanden die Berner zuerst mit einem Kopftor auf Cornerflanke, dann mit einem Bogenschuss über den herauslaufenden Torhüter den Vorsprung auszugleichen. Leider wirkte der sonst agile Sturm der Solothurner nicht so geschlossen und rasch, wie erwartet. Daran dürfte der Halblinke die Hauptschuld tragen. Er dribbelte oft über das ganze Feld, um dann allzu spät mit einem wirkungslosen Querpass an die schon längst markierten Nebenspieler den gesamten Kräfteaufwand resultatlos abzuschliessen. Solche Einzelaktionen, unrichtig und zu viel angewandt, bringen keine erfolgsversprechenden Torschüsse und erschweren den Erfolg. Die Feldüberlegenheit der Solothurner trat immer deutlicher zu Tage und führte kurz vor Schluss durch den Halbrechten zum dritten Tor. Damit hat die Blustavia auch ihr drittes Spiel gewonnen, und wenn es auch schwer erkämpft werden musste, der Sieg war verdient.

3. Meisterschaftsspiel 1.05.50: SC Hasler Bern - SC Blustavia  0:3 (0:0)

Aufstellung: Pfyl, R. Lüthy, Allemann, Maienfisch, E. Amiet, R. Maurer, W. Bessire, Götschi, Bläsi, U. Flury, Oberer

Torschützen: Oberer, Götschi, Bläsi

Ende März hat der Bernische Firmensportverband seine diesjährige Fussballmeisterschaft gestartet. Eingeteilt in 4 Gruppen, beteiligen sich daran 25 Mannschaften, wovon drei aus Solothurn. Es sind dies der SC Blustavia, der seine Mannschaft vorwiegend mit Spielern aus der kantonalen Verwaltung bildet, der SC Scintilla und der SC Autophon. Während die Blustavia bereits seit 1947 mit bernischen Firmenmannschaften um Punkte kämpft und nebenbeibemerkt, bernischer Firmenverbandsmeister 1949 ist (Turniersieger), bestreitet der SC Scintilla seine zweite, der SC Autophon seine erste Firmenmeisterschaft. Am vergangenen Wochenende reiste der SC Blustavia nach Bern und traf in seinem ersten Spiel auf einen der beiden letztjährigen Gruppenmeister, den SC Hasler Bern. In einem schnellen und gefälligen Spiel bewiesen die zwei Mannschaften, dass sie mit Recht als Anwärter für einen Finalrundenplatz der diesjährigen Meisterschaft gelten. Schon bei Spielbeginn wurde ein scharfes Tempo vorgelegt, aber bis zum Ende nur von den Solothurnern durchgestanden. Dabei verstanden ihre technisch gut beschlagenen Stürmer sich wiederholt durch die generischen Reihen durchzuspielen und mit drei gerissenen Spielzügen sogar Torerfolge zu erzielen.

4. Meisterschaftsspiel: SC Blustavia - FC Westinghouse      3:0 forfait

5. Meisterschaftsspiel: SC Blustavia - FC Bellevue-Garage Bern 6:0 (4:0)

Dieses Meisterschaftsspiel gelangte in Gerlafingen zur Austragung. Die Berner enttäuschten in allen Belangen. Ihre Aktionen, die meistens nur bis ins Mittelfeld reichten, entbehrten jedes Zusammenahnges, umsomehr immer wieder versucht wurde, den spielstarken Mittelstürmer in Fahrt zu bringen, den Blustavias hervorragender Stopper aber sicher in Schach hielt. Bereits nach 15 Minuten stand das Skore 2:0, beide Tore erzielt durch den schussfreudigen Halbrechten, wovon das eine durch direkte Verwandlung eines Corners. Auch für den 3. Treffer zeichnete der gleiche Spieler, während der rechte Flügel mit gut gezirkeltem Schuss aus spitzem Winkel für das Halbzeitresultat sorgte. Die 2. Spielhälfte stand im Zeichen zahlreicher ausgelassener Torchancen. Unaufhörlich belagerten die Solothurner das gegnerische Ziel. Es wurde viel, sogar sehr viel geschossen, aber zu unpräzis und oftmals zu spät. Auf Eckball, der wiederum, diesmal vom Winde begünstigt, zum direkten Torerfolg führte, fiel das 5:0, und ein vom Mittelstürmer flugs ausgenützter Schiedsrichterball auf der Fünferlinie flitzte haarscharf am Pfosten vorbei zum 6:0. Nur einmal liess sich die Verteidigung Blustavias überraschen, als einem plötzlichen Entlastungsangriff der Berner zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Der saftige Schuss des Halblinken sprang aber von der Latte ins Feld zurück. Blustavia gefiel vor allem durch seine rasche Ballabgabe. Die Mannschaft hat aus den letzten Spielen sichtlich gelernt. Vermehrter und entschlossenerer Einsatz des gewandten Mittelstürmer durch seine Nebenleute könnte die Durchschlagskraft des Sturmes noch erhöhen. Mit 8 Punkten aus 4 Spielen stehen die Solothurner nach wie vor an der Spitze ihrer Gruppe.

6. Meisterschaftsspiel: FC Tobler Bern - SC Blustavia     0:3 (0:0)

Dieses Spiel gelangte auf dem Stadion Neufeld in Bern zur Austragung. Tobler schickte eine rasche ausgeglichene Elf in den Kampf, die fest entschlossen war, die Leaderposition der Solothurner zu gefährden. So bekam man denn eine ausgeglichene erste Spielhälfte zu sehen, in der beidseitig je eine 100%ige Chance vergeben wurde. Blustavias Spielweise hatte bis dahin eher enttäuscht, während die Berner von unbändigem Siegeswillen beseelt eine einsatzfreudige, überraschend gute Partie lieferten. Noch hielten sie zu Beginn der zweiten Halbzeit das Treffen absolut offen, als der Schiedsrichter ein grobes Foul, vergehen am Halbrechten Blustavias etwa 5 m ausserhalb des Strafraumes ahndete. Der Betroffene, selbst zur Exekution schreitend, erhielt volle Genugtung, indem sein Gewaltsschuss via Lattenkante und Rücken des verblüfften Torhüters zum 0:1 ins Netz folg. Damit war der Wiederstandswille der Tobler Leute gebrochen. Blustavia demonstrierte nun über weite Stecken hübschen, zielstrebigen Kombinationsfussball, der in der Folge durch den rechten Flügel zu zwei weitern zwingenden Treffern führte. Mit diesem Spiel hat der SC Blustavia die erste Meisterschaftsrunde abgeschlossen und führt mit 12 Punkten aus sechs Spielen unangefochten die Tabellenspitze an.

7. Meisterschaftsspiel: SC Blustavia - FC Hasler Bern  6:3 (1:3)

Bereits dem ersten Rückrundenspiel der Gruppe 4 der regional-bernischen Firmenmeisterschaft kam vorentscheidender Charakter zu, indem die Partie die beiden derzeitigen Spitzenreiter SC Blustavia (12 Punkte) und FC Hasler (10 Punkte) zusammenführte. Blustavia erkämpfte sich sofort eine leichte Feldüberlegenheit; doch reichten vorerst die best aufgebauten Aktionen mangels Durchschlagskraft des Sturmes, vorab des Mittelstürmers nur bis zum gegnerischen Strafraum. Einmal hatten die Berner Glück, als ein Verteidiger hinter dem überspielten Torhüter auf der Linie rettete und das Leder trotz mehrerer Nachschüsse den Weg ins Netz durch das Gemenge viler Beine nicht fand. Aber schon einer der nächsten Vorstösse eröffnete diesemal dem Halblinken eine aufgelegte Chance, die er auch prompt zum 1:0 verwertete. Die Reaktion der Bernder blieb nicht aus. Nun waren sie es, die vermehrte gefährliche Aktionen Gegenangriffe vortrugen, ohne indessen überlegen zu sein. Ihr Spiel zeichnete sich aber durch rasche Ballabgabe und forsches Draufgängertum aus und innert kurzer Zeit holten sie nicht nur den Torrückstand auf, sondern zwei Deckungsfehler ausnützend gingen sie 1:2 in Führung. Blustavias Sturmreihe entpuppte sich je länger desto mehr als stumpfe Waffe. Zahlreiche Chancen konnten der fehlenden Einsatzfreudigkeit und allzuvieler unfruchtbarer Einzelaktion wegen nicht verwertet werden. Eine von den Spielern selbst veranlasste Umstellung in der Verteidigung liess diese noch unsicherer erscheinen und als sie sich vom zielstrebigen gegnerischen Centerfor gar ein weiteres Mal überspielt sah, sanken die Siegesaussichten Blustavias beträchtlich, denn das 1:3 war aus kurzer Distanz perfekt. Nach der Pause erschienen die Solothurner in normaler Formation. Man wollte sich anscheinend nicht mehr in weitere Experimente versteigen. Jetzt lief es plötzlich wie am Schnürchen . Die Elf spielte in prächtiger Manier. Insbesondere die rechte Sturmseite und der durschlagskräftige Standard-Mittelstürmer brachten die generische Deckung der Verzweilung nahe und als in der 60. Minute das 2:3 einschlug, war es um das Siegesbewusstsein der Hasler-Leute geschehen. Innerhalb von 10 Minuten fielen zwei weitere Treffer, denen der gut gelaunte, spritzige rechte Flügel noch Nummer 5 und 6 beifügte.

8. Meisterschaftsspiel: FC Westinghouse Bern - SC Blustavia    1:8 (1:3)

Die Partie zwischen dem Tabellenersten und dem Träger der roten Laterne schlug, wie vorauszusehen war, keine hohen Wellen. Die Berner verlegten sich vom Anpfigg weg auf ein massiertes Verteidigungsspiel, um unter allen Umständen eine Zweistellige zu verhüten. Diese Taktik musste unvermeidluch zu einer ausgesprochene einseitigen Angelegenheit führen. Es wurde sozusagen nur auf einer Platzhälfte gespielt und allein der etwas zu gemütlichen Gangart der Solothurner Deckung ist es anzukreiden, dass der Gegner trotzdem einen Treffer erzielte. Wenn die Zweistellige nicht Tatsache wurde, so nur deshalb, weil sich die Stürmer den Partner allzu leicht nehmend, gegenseitig im Dribbeln zu überbieten versuchten, anstatt mit Weitschüssen aus dem Hinterhalt zu operieren. Allgemein betrachtet erreichte das Spiel kaum einmal ein ansprechendes Niveau und verdient höchstens die Note mässig, woran allerding die Berner ihrer sturen deffensiven Spielart wegen die grössere Schuld trugen.

 

9. Meisterschaftsspiel: FC Bellevue Garage Bern - SC Blustavia    3:3 (1:1)

Das kleine Terrain des Sportclub Wander AG in Bern scheint den Solothurnern selbst gegen schwache Gegner einfach nicht gelegen zu sein. Die Resultate fielen denn auch immer sehr kanpp aus und selbst bei drückender Ueberlegenheit während eines ganzen Spiels musste Blustavia schon als Verlierer das Feld verlassen. Ist es wohl das WM-System, das auf allzu kleinen Plätzen als nicht erfolgsversprechend bezeichnet werden kann, oder sind es die vielen unfruchtbaren Einzelaktionen der Stürmer, vorab das hartnäckige Dribbeln des Halbrechten, was eine so krasse spielerische und feldmässige Ueberlagenheit auch in diesem Treffen wiederum nicht in einer höhern Torausbeute zu wiederspielgeln vermochte? Bellewue-Garage stellte wohl eine bedeutend stärkere Elf in der Vorrunde ins Feld, doch war sie den Solothurnern in vielen Belangen immer noch merklich unterlegen. Dess ungeachtet kämpften die Berner im Einsatz. Nadem Blustavia kurz nach Spielbeginn durch den Mittelstürmer 0:1 in Führung ging, erzielte Bellevue-Garage ganz überraschend den Ausgleich. Nach der Pause drückte Blustavia ununterbrochen, entblösste aber zufolge unvernünftiger, ja sogar konfuser Spielweise ihres rechten Läufers die Verteidigung, woraus die Berner prompt Nutzen zogen und innert kürzester Frist 3:1 in Führung zogen. Blustavia setzte nun alles daran, die dem Spielgeschen entsprechende _Wendung herbeizuführen. Leider vermisste man nun bein einigen Leuten den in solchen Fällen erforderlichen Einsatz. Nicht diese waren es, die unter grösstem Kräfteaufwand schliesslich doch noch den Gleichstand erzielten, sondern ihre Kameraden die uneigennützig und unverdrossen einem noch absolut möglichen Siege zustrebten, leider aber nicht jene Unterstützung fanden, die man von Mitspielern jederzeit erwarten darf. Mit dem Schlusspfiff erzielte Blustavia noch ein viertes prächtiges Kopftor, das de Schiedsrichter jedoch nicht mehr anerkennen wollte. Wenn aus den restlichen 3 Meisterschaftsspielen noch Punkte gesammelt werden sollen, dann muss aber bestimmt ein anderer Mannschaftsgeist vorherrschen.

 10. Meisterschaftsspiel: SC Blustavia - FC Tobler Bern     10:0 (4:0)

Der FC Tobler, dem man unter den restlichen drei Meiserschaftsgegner Blustavias noch am ehesten den Bärentöter zugetraut hätte, betrat überraschender Weise mit nur neun Mann das prächtige Spielfeld des SC Scintilla. Trotzdem Blustavia nicht seine Normalformation zur Stelle hatte, war in Anbetracht dieses Umstandes dennoch mit einem Erfolg zu rechnen. Erfreulicherweise bemühten sich die Gäste vorerst, die Partie möglichst offen zu halten, so dass man biel nette Aktionen zu sehen bekam, die bei etwas überlegter Spielweise der Solothurner Stürmer bereits in der ersten halben Stunde zu mindestens 6 Treffern hätten führen sollen. Doch liess man sich immer und immer wieder in die vom Gegner mit viel Geschick angewandte Abseits-Falle locken, oder auf Steilvorlagen durchgebrochen, kam es nicht nur einmal vor, dass ein Stürmer allein vor dem Torhüter angelnagt, diesem das Leder in freundlicher Weise überliess. Beim Stande von 2:0 war es dann um den Offensivgeist der Berner allerdings geschehen. Die Verteidigung wurde nun verstärkt und damit dem Angriff leider jede Durchschlagskraft entzogen, wodurch das Spiel merklich an Interesse einbüsste. Blustavia bedrängte unaufhörlich das gegnerische Tor und als gar noch ein Spieler des SC Tobler gegen Ende der zweiten Halbzeit verletzungshalber austreten musste, war der Belagerungszustand ein vollkommener. Da man einerseits bestrebt war, ein noch höheres Ausmass der Trefferzal möglichst zu verhüten und anderseeits Blustavia dem Widerstand des Gegners entsprechen zu feinen grossen Leistungen herausgefordert wurde, war man in beiden Lagern froh, als beim Stande von 10:0 des Schiedsrichters Signal ertönte. Nachdem der SC Blustavia das zweitletzte Spiel gegen Wander Bern, zufolge Forfaits mit 0:3 Toren ebenfalls gewonnen hat, steht er unanfechtbar mit 21 Punkten aus 11 Spielen und einem Torverhältnis von 51:9 an der Spitze seiner Gruppe. Am kommenden Sonntag findet nun als Vorspiel zum internationalen Freundschaftsmatch: BSC Young Boys Bern - FC Wien, auf dem Stadion Wankdorf in Bern der 1. Final um die Fussballmeisterschaft des Schweiz. Firmensporverbandes, Reg. Verband Bern, zwischen dem FC Strassenbahner Bern und dem SC Blustavia Solothurn statt. Wir wünschen guten Erfolg

11. Meisterschaftsspiel: SC Blustavia - FC Wander Bern 3:0 forfait

12. Meisterschaftsspiel: SC Winkler-Fallert Bern - SC Blustvia    3:0 forfait

Halbfinal: FC Eisenbahner Bern - SC Blustavia   1:1 (0:0)

Dieses Partie fand am vergangenen Sonntag als Vorspiel zu Young Boys - FC Wien auf dem prächtigen Rasenteppich des Wankdorfstadions in Bern statt. Obwohl die Solothurner etwas mehr vom Spiele hatten, waren sich die beiden Gegner ziemlich ebenbürtig. Während die Platzelf eher einPlus im Sturm aufwies, führten die Gäste in der Deckung sichtlich die feinere Klinge. Ohne die übrigen Spieler, die allesamt eine Glanzpartie boten, einzel zu loben, sei hier allein die brillante Arbeit des Torhüters hervorgehoben, der die Trämeler seiner verblüffenden Reaktion und seines klugen Stellungsspiels wegen oftmals der Verzweiflung nahe brachte. Kaum begonnen, hatten die Berner mächtig Glück, als ein Verteidiger, mit der Absicht, in Corner zu retten, das Leder mit voller Wucht aufs eigene Tor knallte, wo der Hüter mit grosser Mühe reflexartig die Kugel aus dem Lauttenkreuz boxte. Blustavia dominierte anfänglich deutlich, und wiederum war es ein scharfer Rückpass, der den Berner Schlussmann zum Einsatz seines ganzen Kénnens zwang. Allmählich glich sich die Partie aus. Die Strassenbahner setzten nun auch ihrerseits Blustavias Verteidigung zeitweise unter Druck. Einen perfiden Bodenroller präzis in die Ecke machte Solothurns Torhüter mit gewaltigen Hechtsprung unschädlich und erntete dafür vom sehr zahlreich anwesenden Publikum Spezialapplaus. Auf der Gegenseite klatschte eine wuchtige Direktabnahme ans Holz und den Nachschuss wehrte ein Verteidiger auf der Torlinie. Die zweite Halbzeit begann wiederum mit einer Druckperiode Blustavias. Eine genaue Vorlage übernehmend, spurtete der eminent schnelle rechte Flügel, seinen Bewacher abhängend, dem gegnerischen Tore zu und jagte das Leder aus vollem Lauf am unbewegten Torhüter vorbei zum 0:1 in die Maschen. Gegenüber lenkte Blustavias Keeper einen 16 m Freistoss elegant über den Querbalken, um kurz darauf einen Indirekten aus gleicher Distanz in feiner Manier zu parieren. Ein von Blustavia erzieltes weiteres Tor annullierte der Neutrale zufolge vorausgeganenem Abseits. 10 Minuten vor Time gelang den Platzherren in überraschender Weise der Ausgleich, indem ein Hochweitschuss aus gut 35 m, auf den der Torhüter, im Glauben er gehe neben das Gehäuse, nicht reagierte, sich durchs Lattenkreuz ins Tor senkte 1:1. Da, 4 Minuten vor Schluss, gelangte der rechte Flügel abermals in den Besitz eines Steilpasses, überlief die Deckung und schoss unhaltbar zum vielbejubelten 1:2 ein. Die Ueberraschung war unbeschreiblich, als der Schiedsrichter, nachdem der Ball längst im Tor lag, Abseits pfiff und den in einwandreier Art erzielten Treffer nicht anerkannte. Infolge dieses krassen Fehlentscheides sind die Solothurner um den verdienten Sieg gebracht worden, und das Spiel muss nächsten Samstag in Solothurn wiederholt werden.

Wiederholungsspiel-Halbfinal: SC Blustavia - FC Strassenbahner 1:2 (3:0 forfait)

Wiederholungsspiel des Halbfinals um die regionalbernische Firmenfussballmeisterschaft. Nachdem der SC Strassenbahner am 19.8.1950 zum definitiv angesetzten Wiederholungsspiel nicht angetreten ist, hat Blustavia verlangt, dass die zuständige Behörde dieses unsportliche Verhalten entsprechend den bezüglichen Bestimmungen des Wettspielreglementes verfolge und ahnde. In Umgehung einer reglementarisch korrekten Erledigung hat die Fussballkommission, ohne auf das Vorkommnis einzutreten, das Spiel kurzerhand auf den 2.9. angesetzt. Gegen diesen Entscheid hat der SC Blustavia unverzüglich Einsprache erhoben, wobei ausdrücklich auf die Folgen des Nichtantretens einer Mannschaft aus andern, als den im WR festgelegten Gründen hingewiesen wurde (Forfait)! Gleichzeitig setzte der Rekurrent die Fussballkommission davon in Kenntnis, dass seine Mannschaft, falls der Einspracheentscheid bis zum 2.9. nicht vorliege, unter Protest spielen werde, wozu sich dann die Solothurner vergangenen Samstag leider auch veranlasst haben. Blustavia startete sehr verheissungsvol. Bereits in der 4. Minute traf der rechte Flügel auf Steilvorlage ins Schwarze. Das Tor der Berner wurde weiterhin stark bedrängt, und mit viel Glück kamen diese um einen zweiten Verlusttreffer herum, als Blustavias Centerfor 1 m vor der Torlinie unbehindert an den Ball kam, diesen aber, anstatt ruhig einzuschieben, stürzend unter sich begrub. Der Ausgleich fiel in der 30. Minute mit präzisem Eckschuss, den der Torhüter zwar noch erhechtete, aber nicht verhindern konnte, dass das Leder via Pfosten ins Netz sprang. Die Strassenbahner spielten nun zusehends härter und machten von ihrer physischen Ueberlegenheit reichlich Gebrauch. So kam es nicht von ungefähr, dass Blustavia zufolge Verletzung auf die weitere Mitwirkung eines seiner besten Spielers verzichten musste. Die zweite Halbzeit liess denn dieses handicap auch entsprechend in Erscheinung treten. Die Gäste diktierten nun das Spielgeschehen über weite Stecken, derweil sich Blustvias Hintermannschaft ihrer schweren Aufgabe mit grossem Geschick entledigte. Ein plötzlicher Durchbruch des rechten Flügels eröffnete den Solothurner eine Riesenchance. Am herauslaufenden Torhüter vorbei zischte aber das Geschoss an den Querbalken. Mehr Glück hatten die Gäste kurz vor Schluss, als ein Weitschuss unbehindert zum 1:2 im Ziel einschlug, womit das Endresultat perfekt war.

Nachspiel:

Der Sportclub Blustavia Solothurn durch Rekurentscheid Finalist der Fussball-Meisterschaft des Schweiz. Firmensportverbandes, Region Bern.

Es sei in diesem Zusammenhang an einen seinerzeit an dieser Stelle bereits erschienenen Artikel erinnert. Dieser liess die Ansicht durchblicken, dass Blustavia den Halbfinal 3:0 forfait gewonnen haben dürfte, nachdem der SC Strassenbahner Bern ohne stichhaltige Begründung zum angesetzten Halbfinal-Wiederholungsspiel am 19.8.50 nicht antrat. Ohne das unsportliche Verhalten des SC Strassenbahner zu ahneden, im Gegenteil, die unzulänglichen Begründungen des Nichtantretens in Umgehung der reglementarischen Bestimmungen noch würdigend, setzte die zuständige Behörde das Spiel kurzeerhand auf den 2. September neu an. Gegen dieses Vorgehen erhob der SCB sofort Einsprache und liess sich dahin vernehmen, dass, sofern bis zum 2. September kein objektiver Entscheid in dieser Angelegenheit vorliege, seine Mannschaft die Partie nur unter Protest bestreiten werde. Blustvia verlor dann das Treffen unglücklich mit 1:2. Der Protest wurde von der erstinstanzlichen Rekursbehörde (TK Fussball) abgelehnt unter Auferlegung einer bescheidenen Ordnungsbusse an den SC Strassenbahner. Gegen diesen Entscheid erhob Blustavia Rekurs bei der nächstfolgenden Instanz, dem Vorstand des SFV, Regionalverband Bern, der aber ebenfalls negativ ausfiel, indem der Entscheid der TK Fussball in allen Belangen geschützt und gutgeheissen wurde. Dieser Tage ist nun der Beschluss der letzinstanzlichen Rekurskommission des Schweiz. Firmensportverbandes, wohin seinerzeit weiter rekurriert wurde, gefasst worden, der in seinen wesentlichsten Punkten folgendes bestimmt: Der Rekurs wird gutgeheissen, und der vom Regionalvorstand Bern des SFV am 21.09.50 getroffene Entscheid ist aufzuheben. Der Protest des SC Blustavia, eingereicht vor dem Spiel am 2.9.50 muss geschützt werden. Die Verfügung der TK Fussball, Bern, vom 11.9.50 hinsichtlich Abweisung des Protestes wird aufgehoben. Das am 13.8.50 auf den 19.8.50 angesetzte Halfinalwiederholungsspiel wird mit 3:0 Toren forfait vom SC Blustavia gewonnen erklärt. Der SC Strassenbahner Bern verfällt der Forfait-Busse von Fr. 20.--. Der Entscheid ist im Verbandsorgan des SFV, im Firmensport zu veröffentlichen. Damit ist der SCB endlich zu seinem Recht gekommen und wir nun nächsthin gegen den SC Landestopographie im Final um den Titel des R egionalmeisters des bernischen Firmensportverbandes kämpfen. Wir wünschen besten Erfolg!

 

  

Originale im Vergiss-Mein-Nicht Album "Chronik 1947 - 1956"

 

Im Hasler Cup musste man wegen zuwenig Spieler in der ersten Runde forfait geben

 

Turniere

3. Turmix-Turnier in Murten (8 Mannschaften)   1. Rang

Zum dritten Male reiste der SC Blustavia nach Murten, um am traditionellen Turmix-Turnier teilzunehmen. 8 Mannschaften waren angemeldet und 7 davon bemüht, den zweimaligen Turniersieger Blustavia nicht ein drittes Mal gewinnen und den kostspieligen Turmix-Wanderpreis endgültig abziehen zu lassen. In der Folge wurde gegen die Blustavianer vermehrt verteidigt, was unern Stürmern das Skoren bedeutend erschwerte. Mit folgenden Resultaten sicherte sich der SCB den Sieg und gewann damit den Turmix-Wanderpreis zu dritten und endgültigen Male.

Mannschaft: Schenker, Bessire, Lüthy, Allemann, Maienfisch, Amiet, Maurer, Leuenberger, Götschi, Arrigoni, U.Flury, Oberer, Hänni

Torschützen: U. Flury 3, Arrigoni 1

SC Blustavia - SC Batra Basel 1:0

SC Blustavia - SC Hallwag Bern 0:0 (3:0 forfait)

SC Blustavia - SC Turmix Murten 2:1

Final:

SC Blustavia - SC Scintilla 1:0

Hinten von links: Manager Zimmermann, Oberer, U. Flury, Götschi, Mauer, Arrigoni, Leuenberger, Maienfisch

Vorne von links: Allemann, E. Amiet, Schenker, Bessire, R. Lüthy

 

Es bestritten 8 Mannschaften, eingeteilt in 2 Gruppen, das Turnier. In bestechender Art erspielte sich der SC Scintilla Solothurn den Gruppensieg. Er schlug in übelegenem Feldspiel den SC Steuerverwaltung 2:0, FC Murten 2:1 und den FC Bellevue-Garage 2:0. Er hatte enie solide Verteidigung und im Sturm eine Mann, der schoss. Viel torkarger spielten die Mannschafte in der ersten Gruppe. Der Umstand, dass der zweimalige Tunmix-Sieger SC Blustavia Solothurn, bei nochmaligem Sieg eindgültiger Besitzes des Wanderpreises wird, verstärkte den Wiederstandswillen der Basler, Berner und Murtener. Den Solothurner Stürmern wurde das Toreschiessen nicht leicht gemacht. Im heute qualitativ geschwächten Sturme überboten sich die beiden Innenstürmer in ihrer Fleissleistung, und es war diesmal der Halbrechte, der den entscheidenden Treffer buchte. So erspielten sich die Solothurn durch Sieg über SC Batra Basel mit 1:0, SC Hallwag Bern mit 3:0 (forfait, das Spiel endigte 0:0 gegen die unreglementarisch verstärkten Berner) und mit 2:1 über den SC Turmix Murten die Finalberechtigung. Damit haben sich die beiden Solothurner Mannschaften die ersten zwei Plätze gesichert, und es ging nun um den friedlichen Wettstreit des begehrten Wanderpreises. Offen gesagt, den Pokal hätten wirklich beide Mannschaften verdient. Wohl sah mann im Endspiel nicht mehr die gleich schnellen Leute wie in den Vorspielen - die langen Pausen zeigten ihre Wirkung - doch war es eine Freude zu sehen, wie ritterlich gekämpft wurde. Die Scintilla Elf hatte in ihren Reihen mehrere bestechend gut disponierte Spieler, vorab der linke stosssichere Verteidiger, die arbeitssame Half, der schusstüchtige Halbrechte, und der technisch immer noch gute Sturmführer. Die Blustavia ihrerseits stellte eine recht ausgeglichene Elf. Ein Prachtstor des Halbrechten kurz vor Schluss entschied die Partie zu ihren Gunsten. Trotz der knappen Niederlage des SC Scintilla waren sie die ersten, die ihren Solothurner Freunden zum Erfolg herzlich gratulierten.

Regionales Verbandsturnier in Luterbach, Scintilla-Platz

Das Turnier wurde vom SC Scintilla organisiert und der SC Blustava als Titelverteidiger wurde trotz rechtzeitiger Einzahlung des Betrages, sowie mündlicher Zusage, mit der Ausrede "zu spät angemeldet", nicht zugelassen. Richtig wäre gewesen, wir wollen Euch nicht, ihr seit zu stark (Die Scintilla gewann übrigens das Turnier)

Originale im Vergiss-Mein-Nicht Album "Chronik 1947 - 1956"